Ein umfangreiches Programm erwartet die Besucher*innen alljährlich im Juni beim Rheinischen Wollmarkt des LVR-Industriemuseums in Euskirchen-Kuchenheim. Im Mittelpunkt der Veranstaltung auf dem weitläufigen Museumsgelände und an der Kirche St. Nikolaus steht allerlei rund um Wolle und Textilien.
Der Besuch des Marktes ist kostenfrei!
Rund 100 Aussteller*innen laden mit einem breiten Warensortiment zum Stöbern und Shoppen ein. Angeboten wird alles, was mit und aus Schafwolle hergestellt wird, aber auch Produkte aus anderen Naturfasern wie Alpaka- oder Angorawolle. Handgefärbte Garne, Gefilztes und Geflochtenes, Accessoires aus Leder oder Kork finden die Besucherinnen und Besucher ebenso auf dem Markt wie Schmuck, Hüte, Keramik oder Seifen – alles handwerklich und mit viel Liebe zum Material hergestellt. Vieles ist regional, fair und ökologisch erzeugt.
„Aus alt mach neu“ ist das Motto bei Ständen, die sich dem Upcycling verpflichtet haben. Einige Kunsthandwerkende lassen sich bei der Entstehung der Werkstücke über die Schulter schauen oder laden Interessierte ein, das Handwerk selbst auszuprobieren. So wartet zum Beispiel die Webgruppe NRW in der Mottenburg auf alle, die gerne mal in die jahrtausendalte Technik des Webens eintauchen möchten. Die Kuchenheimer Kunstschule ist ebenfalls mit einem Stand dabei und lädt alle Kinder ein, ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entdecken.
Nabu und BUND informieren über ökologische Themen und bieten Einblicke in nachhaltige Projekte. Wie immer gibt es eine reiche Auswahl an Kräutern, die sich erwerben lassen. Naturinteressierte können ihr Wissen auch direkt bei einer Kräuterführung auf dem Gelände vertiefen. Die Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur sprechen Kulturinteressierte an und informieren über ihr Angebot in der Nachbarstadt. Die Nordeifel Tourismus GmbH bringt Interessierten das Reiseziel „Nordeifel“ näher und berät über regionale Ausflugsziele.
Kulinarisches aus der Region wie Monschauer Senf, Eifeler Spezialitäten oder Ziegenkäse des Hofs ZickZack können probiert und käuflich erworben werden. Die Bollheimer Hofkäserei bietet wieder eine große Auswahl an Brot und Käse an. Orientalische Leckereien bietet der Stand der türkisch-islamischen Gemeinde. Für den Hunger zwischendurch haben weitere Anbieter für jeden Geschmack etwas Passendes im Angebot. So bieten zum Beispiel die jungen Mitglieder der Kirchengemeinde St. Nikolaus Bratwurst und Pommes an sowie Kaffee und Kuchen. Leckeres vom Grill sowie Kaltgetränke gibt es bei der Jugendfeuerwehr Euskirchen. Im Hof der Tuchfabrik empfängt ein Foodtruck hungrige Gäste mit Pizza und Erfrischungen für Groß und Klein.
Kreatives für kleine und große Bastler*innen gibt es im Hof der Tuchfabrik: Beim Filzen entstehen bunte Bälle, beim Weben kleine Teppiche. Und passend zum Veranstaltungsthema können Kinder auch Pomponschafe aus Wollbommeln gestalten. Am Stand des Museumsfördervereins gibt es neben Informationen auch die Gelegenheit, nachhaltige Bienenwachstücher herzustellen. Alle Werke dürfen natürlich mit nach Hause genommen werden.
Wer etwas Zeit mitbringt, sollte sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, in die Vergangenheit der regionalen Textilindustrie einzutauchen: Es gibt von 11 bis 16 Uhr halbstündlich Führungen durch die Tuchfabrik Müller, bei denen man die historischen Textilmaschinen in Aktion erleben kann.
Die Teilnahme kostet drei Euro, Tickets gibt es im Hof der Tuchfabrik zu kaufen. Die Dampfmaschine aus dem Jahr 1903, die einst die Maschinen der Fabrik antrieb, wird ebenfalls durch ehrenamtliche Fachleute vorgeführt und erläutert.
Das Treiben rund um den Schornstein der Fabrik steht ganz im Zeichen des Schafes. Verschiedene Rassen können bestaunt werden und die Schafhalter*innen stehen interessierten Besuchenden Rede und Antwort. Auch in diesem Jahr findet die beliebte Vorführung mit Hütehunden statt. Um 12, 13 und 15 Uhr zeigen Border Collies und Schafe ihr Können. Ein professioneller Schafscherer demonstriert um 12.30 und 13.30 Uhr die Schur und geübte Spinnerinnen zeigen am Handspinnrad wie aus der Rohwolle ein Faden entsteht.
Wolle war für die Bekleidungsgeschichte der Menschen einer der wichtigsten Rohstoffe. Ab 1800 kommt es zu großen Veränderungen in der Wollproduktion und -verarbeitung. In der Schafzucht setzte sich die Zucht feinwolliger Merinoschafe durch. Das wiederum zog Erfindungen in der verarbeitenden Industrie nach sich. Oder verlief die ganze Geschichte umgekehrt? Und welche Rolle spielt dabei die Mode? In fünf Zeitschnitten werden die Wechselwirkungen zwischen Wollproduktion, ihren technischen Verarbeitungsmöglichkeiten und dem Interesse an der Nutzung durch den Menschen gezeigt.
Für den Eintritt ist eine Gebühr von einem Euro zu zahlen. Führungen mit der Kuratorin finden um 11, 12, 14 und 15 Uhr statt, die Teilnahme kostet drei Euro. Alle Tickets sind direkt am Eingang zur Ausstellung erhältlich.
Das Museum empfiehlt allen Besucher*innen des Wollmarktes die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr. Vom Bahnhof in Kuchenheim ist der Wollmarkt in etwa 15 Gehminuten zu erreichen. Am Bahnhof Euskirchen wartet ein Pendelbus auf die Fahrgäste und bringt sie zum Wollmarkt in Kuchenheim.
Für die Besucher*innen, die mit dem Auto anreisen, steht am HIT-Supermarkt an der Roitzheimer Straße 117 in 53879 Euskirchen ein großer Parkplatz zur Verfügung. Von hier fährt der Pendelbus ebenfalls bis zum Wollmarkt. Der Pendelbus ist kostenlos und fährt im 10-Minuten-Takt. Allen Besuchenden wird dringend geraten, das Angebot anzunehmen, um die Verkehrs- und Parksituation in Kuchenheim zu entlasten.
Alle Fahrradfahrer*innen finden am Museum oder an der Kirche ausreichend – gekennzeichnete – Abstellmöglichkeiten.
Datum: Sonntag, 7. Juni 2026
Uhrzeit: 11 – 17 Uhr
Kosten: Eintritt frei
Adresse:
LVR-Industriemuseum
Tuchfabrik Müller
Carl-Koenen-Straße 25b
53881 Euskirchen