Landschaftsverband Rheinland - Qualität für Menschen

LVR-Industriemuseum

 Rheinisches Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte

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Weiterführende Schulen

 

Themenführungen:
Das umfangreiche Angebot in der historischen Scherenschmiede auf mehr als 3.000 qm Ausstellungsfläche wird durch drei Themenführungen strukturiert, die jeweils zwischen 70 und 90 Minuten dauern und aufbauend auf der Erläuterung des Herstellungsprozesses am Beispiel der Schere unterschiedliche Akzente setzen.

Beim Rundgang Gesenkschmiede Hendrichs steht die einzigartige Fabrik, beim Rundgang Arbeit die Sozialgeschichte und beim Rundgang Solinger Schneidwarenindustrie die Geschichte der Schneidwarenbranche im Vordergrund.

Welche Führung Sie auch buchen – die Herstellung der Schere kommt auf keinen Fall zu kurz! Innerhalb der Themenführungen stellt sich das Museumsteam gern auf Ihre besonderen Interessen ein. Zum Beispiel kann man beim Thema Arbeit ein besonderes Augenmerk auf die Frauenarbeit legen.

 

Besondere Führungen:
Das Museum bietet auch Führungen zu Spezialgebieten, zur Museumskonzeption oder zur Firmenvilla und/oder den Außenanlagen an. Auf Nachfrage senden wir Ihnen gern ein Angebot. Auskunft und Anmeldung >>>

 

 

Rundgang 1: Gesenkschmiede Hendrichs

Herstellung der Schere – Schwerpunkt: Geschichte der Fa. Hendrichs / Diesel und Dampf

Dauer: 1-1,5 Studen

Auf dem Rundgang lernen Sie die Herstellung von Scheren kennen – eingebettet in die Geschichte der Fa. Hendrichs.

In fünf Arbeitsgängen entstehen in der Gesenkschmiede die Rohlinge für die handwerkliche Weiterverarbeitung, wie sie noch bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Solingen üblich war. Spezialisierte Heimarbeiter vollendeten die Rohlinge in eigenen Werkstätten als Härter, Schleifer, Augenpliester oder Nagler zu fertigen Produkten. Parallel zur Veranschaulichung der historischen Herstellungstechnik wird an allen Stationen auch die moderne Produktionsweise mit in die Betrachtung einbezogen. Die Geschichte der Gesenkschmiede Hendrichs wird in der Dauerausstellung auf verschiedenen Ebenen dokumentiert. Raumtexte geben Auskunft über die Geschichte des Gebäudes und die darin ablesbaren Spuren.

Der Rundgang veranschaulicht dabei besonders auch die Bedeutung und Funktionsweise des zentralen Kraftantriebs durch Dampfmaschine bzw. Dieselmotor für den Betrieb der Gesenkschmiede Hendrichs. Der stufenweise Wandel hin zum elektrischen Einzelantrieb wird an konkreten Beispielen aufgezeigt. Spuren und Relikte vergangener Antriebsarten werden in den Gesamtzusammenhang gestellt.

Eine Vielzahl von herausgehobenen Einzelexponaten ergänzt den Einblick in den durch Mühsal, Eigensinn und Improvisation gekennzeichneten Arbeitsalltag einer typischen Solinger Gesenkschmiede. Zeitzeugen-Interviews ermöglichen den Blick hinter die Kulissen der Firmengeschichte in den letzten Jahrzehnten. Die sorgfältig restaurierte Firmenvilla einschließlich der Außenanlagen, die Rekonstruktion eines Teiles der Fabrikantenwohnung und Ausstellungselemente zu den wichtigsten Ebenen bürgerlicher Öffentlichkeit runden das Bild ab.
(ab Klasse 7)

Anmeldung >>>

 

 

Rundgang 2: Arbeit

Herstellung der Schere – Schwerpunkt: Sozialgeschichte / Arbeitsbedingungen / Frauenarbeit

Dauer:  ca. 1-1,5 Stunden 

Der Rundgang führt zu konkreten Arbeitsplätzen der Gesenkschmiede Hendrichs sowie zu ausgewählten Arbeitsfeldern der Solinger Schneidwarenfertigung. Auf diese Weise wird am Beispiel der Herstellung einer Schere die Technik der Solinger Schneidwarenherstellung verdeutlicht.

Dabei geht es nicht allein um die Qualifikationsanforderungen, die Arbeitsbelastungen und die Unfallgefahren im normalen Produktionsalltag, sondern auch um Sonderbedingungen der Kriegsproduktion oder außergewöhnliche Arbeitsbereiche wie etwa dem Arbeitsplatz des Heizers und Maschinisten. Die umwelthistorische Sicht kann ebenso einbezogen werden wie der Blick auf die Rahmenbedingungen der Arbeit. Schließlich werden auch die Veränderungen von Arbeitsbedingungen im Zuge der Mechanisierung und Rationalisierung berücksichtigt.

Daneben werden auch die Arbeitsbereiche der Frauen – mehr oder weniger ausführlich – erläutert. Während Frauen im 19. Jahrhundert noch eher in Randbereichen der Fertigung von Schneidwaren arbeiteten und neben den Transportarbeiten (Lieferfrauen) vor allem leichte Montage-, Putz- und Packarbeiten ausführen, sind sie spätestens seit den 1920er Jahren aus den Fabrikhallen nicht mehr wegzudenken. Zwar wurden Frauen in der Gesenkschmiede Hendrichs allein in der Zeit um den Ersten Weltkrieg beschäftigt, die Pressen in vielen anderen Solinger Gesenkschmieden werden jedoch heute überwiegend von Frauen bedient. In den schon früh mechanisierten Industriebranchen wie der Rasierklingenindustrie spielten Frauen seit jeher eine zentrale Rolle. Die Ausstellung in der Firmenvilla bietet Einblicke in den Alltag der bürgerlichen Hausfrau und des Dienstpersonals.
(ab Klasse 7)

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Rundgang 3: Solinger Schneidwarenindustrie

Herstellung der Schere – Schwerpunkt: Vom Handwerk zur Fabrik / Weltmarkt

Dauer: 1-1,5 Stunden 

Der Rundgang veranschaulicht am Beispiel der Herstellung einer Schere den Weg vom handwerklichen zum industriellen Arbeitsprozess und stellt dabei den Zusammenhang zu Entwicklungen auf dem Weltmarkt her.

Während in der Ausstellungseinheit Panorama 1900 die Erfolgsbedingungen der Solinger Schneidwarenindustrie in ihrer Blütezeit erkundet werden, veranschaulicht die Ausstellungseinheit Weltmarkt den Musterreichtum der Solinger Produkte. Der Blick in die Standorte der europäischen Schneidwarenindustrie wird ergänzt um eine Auswahl von Taschenmessern. Anschließend geht es darum, den produktionstechnischen und sozialgeschichtlichen Hintergründen des erfolgreichen flexiblen Solinger Produktionssystems auf die Spur zu kommen.

Durch den Vergleich des Schmiedens mit der Entwicklung des noch lange Zeit handwerklich geprägten Schleifens eröffnet sich der Blick auf die Ungleichzeitigkeit der gewerblichen Entwicklung und die damit verbundenen Konflikte nicht nur zwischen Arbeit und Kapital, sondern auch innerhalb der Gewerkschaften selbst. Am Beispiel der Solinger Rationalisierungsdebatte wird die Auseinandersetzung um den technischen Fortschritt aufgezeigt. Hierbei ergeben sich spannende Einsichten in die Mechanisierung und eine lebhafte Kontroverse: Qualitäts- und/oder Massenproduktion.
(ab Klasse 7)

Anmeldung >>>

 

 

Weitere Angebote und Materialien

 

"Der Scherenschmied" - Ein Brettspiel zur Industrialisierungsgeschichte

Bei diesem historischen Brettspiel geht es um die Gründung einer Fabrik. Als Spielplan dient der Grundriss der Gesenkschmiede Hendrichs. Die Spieler versetzen sich in die Lage eines Fabrikanten aus den 1880er Jahren, der einen Schmiedebetrieb aufbauen will und allerlei Schwierigkeiten überwinden muss, bevor er die Produktion aufnehmen kann. Das Spiel ist geeignet, Kenntnisse über die innere Struktur einer Fabrik bzw. den Prozess der Industrialisierung in Deutschland zu vermitteln. Eine kurze Führung vorab bzw. eine Kombination mit den thematischen Führungen „Herstellung einer Schere" oder „Geschichte der Firma Hendrichs" (s.o.) bietet sich an. 

Alter: ab Klasse 7, sowie
Jugendgruppen ab 12 Jahren
Dauer: 1,5 - 2 Stunden

 

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Museumsrallyes

Die Rallyes ("Herstellung einer Schere/Geschichte der Firma Hendrichs", „Sozialgeschichte/Frauenarbeit", "Vom Handwerk zur Fabrik/Weltmarkt", "Villa Hendrichs: Innenansichten der bürgerlichen Lebenswelt") werden zur selbstständigen Erkundung oder Nachbereitung einer Führung eingesetzt. Der Aufbau der Rallyes orientiert sich an den gleichnamigen thematischen Rundgängen. Aus dem umfangreichen Fragenkatalog kann vorab eine Auswahl getroffen werden. Kopiervorlagen werden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Alter: ab Klasse 9
Dauer: 2 Stunden

Anmeldung >>>

 

Industriehistorische Exkursion

Rund um die Gesenkschmiede Hendrichs

Die dezentrale Struktur der traditionellen Schneidwarenfertigung hat in der Solinger Stadtlandschaft eine Fülle von Spuren hinterlassen, die Aufschluss über die Geschichte des Gewerbes geben. Die Merscheider Route führt zu einer Reihe industriehistorischer Relikte, welche die Ausstellung im Museum ideal ergänzen. So werden u.a. die ins Museum überführten heimgewerblichen Werkstätten an ihren ursprünglichen Standorten aufgesucht. Die Exkursion lässt sich mit Hilfe des Industriewanderführers „,Rund um die Gesenkschmiede Hendrichs" (Köln 1999, 11,50 €) in eigener Regie übernehmen.

Alter: ab Klasse 9
Dauer: 1,5 - 2 Stunden

Anmeldung >>>

 

 

Weitere industriehistorische Exkursionen bzw. Wanderführer auf Anfrage!

 

Auskünfte und Anmeldung >>>

Kooperationspartner:

Logo ERIH – externer Link öffnet neues Fenster zu 'European Route of Industrial Heritage'Externer Link. Logo Bergnetz.

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