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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Tretauto „Mercedes“

um 1957

Tretauto mit schwarz, roter Blechkarosserie und Speichenrädern mit Luftbereifung Bild vergrößern

Tretauto „Mercedes W 125“ für Kinder, um 1957, Metall, Gummi, Kunstleder, Holz, 56 x 62 x 128 cm, Inv. Nr.: rz 01/313

Für die Saison 1937 entwickelte Mercedes-Benz einen neuen Rennwagen: den legendären „W 125“. Er galt bis Anfang der 1980er Jahre als leistungsstärkster Wagen, der bis dahin bei einem Grand-Prix-Rennen gestartet war. Doch nicht nur berühmte Fahrer wie Rudolf Caracciola lenkten diesen Rennboliden. Auch Kinder bestritten so manches Autorennen mit ihrer Tretauto-Version des „W 125“.


Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vertrieben Spielzeughersteller Dreiräder, auf denen sich Kinder sitzend fortbewegen konnten. Die Luxusversion dieser Fahrzeuge waren die Velozipedpferde. 1902 bot das Pariser Kaufhaus „Bon Marché" dann erstmals ein Tretauto für Kinder zum Verkauf an.


Nach und nach weitete sich das Angebot aus. Mit der amerikanischen Firma Reo Motor Company verkaufte 1906 erstmals ein Autohersteller ein Kindertretauto. Rasch zogen weitere Firmen nach. Die Automobilfirmen erkannten, dass diese Spielzeuge ein idealer Werbeträger waren. Kinder sollten die Fabrikate ihrer Väter fahren und möglichst früh auf die jeweilige Marke fixiert werden. So dachte auch André Citroën und produzierte ab 1925 Tretautos, getreu seinem Motto: Die ersten drei Worte französischer Kinder müssen sein: Mama, Papa und Citroën.


Bis in die 1950er Jahre blieben Tretautos allerdings Spielzeuge für Kinder wohlhabender Eltern. 1908 war zum Beispiel ein Kinderauto genau so teuer wie eine Dampfwaschmaschine. Und obwohl seit den 1920er Jahren Tretautos fabrikmäßig hergestellt wurden, sanken die Preise nur langsam. Erst als in den 1950er Jahren billigere Materialien für den Bau der Spielmobile Verwendung fanden, wurden sie preiswerter und fanden weitere Verbreitung. Größter deutscher Hersteller in dieser Zeit war die Firma Ferbedo in Fürth. Heute stellen die meisten Autofirmen kleine Kinderfahrzeuge von den neuesten Modellen her, damit bei der jungen Klientel früh ein festes Markenbewusstsein entsteht.


Das LVR-Industriemuseum besitzt einen „Mercedes W 125", der um 1957 in Deutschland hergestellt wurde. Er verfügt über Pedalantrieb, Blechkarosserie, Speichenräder mit Luftbereifung, innen liegende Handbremse und Auspuffattrappe.

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