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Plakat: „Köln - Verkehrskreuz des Westens“

um 1956

Das Plakat zeigt in stilisierten Formen den Rhein und den Kölner Dom, der von einem Autobahnkreuz umgeben ist Bild vergrößern

Plakat „Köln Verkehrskreuz des Westens“, Entwurf: R. Hauser, um 1956, Papier, 84 x 59 cm, Inv. Nr.: rz 97/207

Köln ist seit alters her das „Verkehrskreuz des Westens“. Ihrer verkehrsgeographisch günstigen Lage verdankt die Stadt ihre Funktion als bedeutender Schnittpunkt unterschiedlicher Transport- und Verkehrswege. War lange Zeit der Rhein verkehrstechnisch die Nummer Eins, folgte im 19. Jahrhundert die Eisenbahn. Sie machte Köln zu einer der wichtigsten Drehscheiben im europäischen Reise- und Güterverkehr.


Neben den Wasser- und Schienenwegen ist es jedoch vor allem das dichte Geflecht von Straßen, das den alten Topos vom „Verkehrskreuz des Westens" bis heute lebendig hält. Ein geschlossener Autobahnring, auf den zehn Autobahnen aus allen Himmelsrichtungen zulaufen, hat Köln fest im Griff. Wen wundert's da, dass die Eisenbahn als Verkehrsmittel erst gar nicht auf dem Plakat abgebildet ist. Schließlich gehörte schon Anfang der 1950er Jahre der Straße die Zukunft! Mit kühnem Strich fängt der Grafiker die automobile Sehnsucht und Aufbruchstimmung der Wirtschaftswunderjahre ein. Die Zahlen sprechen für sich: Verfügte 1950 von 80 Einwohnern der Bundesrepublik lediglich ein einziger über einen eigenen Pkw, so gehörte 1960 schon jedem zwölften ein Auto.


In den 1950er Jahren war die Autobahn für die Kölner beileibe keine neue Erfahrung mehr: Sie dürfen sich sogar damit brüsten, in Deutschland die neue Epoche der „Nur-Auto-Straßen" mit eingeläutet zu haben. Bereits im August 1932 hatte man die erste Autobahn zwischen Bonn und Köln – die heutige A 555 – auf einem 20 Kilometer langen Teilstück dem Verkehr übergeben.


Automobile Welt-Erfahrung im Nachkriegs-Köln! Straßen, die vorgeben, mehr zu sein als rein technische Gebilde, mit denen man den Verkehr bewältigt: Womöglich Kunstwerke, die sich anmaßen, mit der Schönheit des Kölner Dom konkurrieren zu wollen? Oder die gar ein Hauch von Religiösem umweht, ganz so, als ob der Kirchenbau seinen sakralen Schatten auf das profane Kreuz der Straße geworfen hätte. Wahrlich eine Lobpreisung der besonderen Art für das neue „Auto-Verkehrs-Zeitalter"!

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