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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Motorrad „Victoria“

von 1950

Blau-graues Motorrad mit dunkelblauem Tank Bild vergrößern

Motorrad (Kraftrad) „Victoria KR25 ‚Aero'“, Victoria-Werke AG, Nürnberg, 1950 , Stahl, Glas, Kunststoff, Gummi, 97 x 74 x 205 cm, 130 kg, Inv. Nr.: ob 96/291

Um 1950 machte der motorisierte Individualverkehr erst ein Drittel des bundesdeutschen Personenverkehrs aus. Autos waren nur für Besserverdienende erschwinglich. Doch die Parkplätze vor den Fabriktoren füllten sich bald Reihe um Reihe mit neuen Motorrädern anstelle der gewohnten Fahrräder. Die Sozia hinten, das Kind auf dem Tank sitzend, so machten junge Familien auf dem eigenen Motorrad ihre ersten Reisen.


Spätestens 1948, im Jahr der Währungsreform, die in den Erinnerungen der Zeitgenossen den Wendepunkt zwischen Hoffnungslosigkeit und vorsichtigem Optimismus markiert, nahmen die Motorradfabriken ihre Produktion wieder auf. Bei Victoria in Nürnberg brachte man die KR25 „Aero" nahezu unverändert wieder auf den Markt. Sie war 1937 von dem renommierten Konstrukteur Richard Küchen entwickelt worden. Ihr „autobahnfester", elegant geformter Viertelliter-Zweitaktmotor besaß eine vierfach gelagerte Kurbelwelle und leistete 9 PS bei 4500 Upm. Das angeblockte Getriebe hatte vier Gänge. Es war wahlweise über Fuß- oder Handschaltung zu bedienen. Die Werksbezeichnung der Farbkombination im typischen Victoria-Blaugrau mit dunkelblau abgesetztem Tank hieß bezeichnenderweise „Capri" – Italien ließ grüßen. Der Vorkriegspreis von 675 Reichsmark war auf 1395 DM gestiegen. Die hochgezogene Auspuffanlage des Sportmodells kostete 15 DM extra, ein zweiter Schwingsattel, auf dem Gepäckträger montiert, weitere 45 DM. Mit insgesamt 49.479 hergestellten Maschinen war die KR25 ein Verkaufsschlager.


Neben Zündapp und NSU gehörte Victoria zu den drei größten Motorradherstellern der Bundesrepublik. Die Firma besaß ein eigenes Presswerk zum Bau von Felgen, Tanks und Rahmenteilen. Motor- und Getriebeblöcke machte man im Druckgussverfahren selbst. Die Motoren kamen bis auf die Kolben aus der eigenen Produktion. Doch bald liefen die ersten billigen Kleinwagen den Motorrädern den Rang ab. Schon Mitte der 1950er Jahre brachen die Verkaufszahlen bei allen deutschen Motorradherstellern ein. Die Firma Victoria kam durch Fusion mit der Zweirad-Union 1958 in den Besitz von Fichtel und Sachs.

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