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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Werbeblatt "Regina"

zwischen 1903 und 1910

Historisches Werbeblatt der Regina-Bogenlampenfabrik in blau Bild vergrößern

Werbeblatt der Regina Bogenlampen-Fabrik, Köln, 1903 - 1910, Papier, 11,3 x 8,6 cm, Inv. Nr.: rz 96/867

Zu den bahnbrechenden Erfindungen des 19. Jahrhunderts zählte die Kohlenbogenlampe. Sie erhellte Fabriken, Theater, Varietés oder wurde zur Straßenbeleuchtung eingesetzt. Die Bogenlampe hatte den Nachteil, dass sie sehr viel Wärme erzeugte. Daher war sie nur für große Räume oder für den Außenbereich geeignet. Darüber hinaus verbrauchte sie viel Strom. Schließlich setzte sich die Metallfadenlampe durch, bis deren Verkauf ab 2008 verboten wurde.


Die Kohlenfadenlampe gehörte zu den fortschrittlichsten und modernsten Produkten des 19. und 20. Jahrhunderts. Darauf weist der Schriftzug auf dem Werbeblatt „Moderne Bogenlampen für alle Zwecke“ hin. Elektrisch betrieben und mit breiten Anwendungsmöglichkeiten erhellt sie den nachtblauen Himmel, in den sie weit hineinstrahlt. Besonders augenscheinlich ist die Dynamik und Kraft, die von der Elektrizität ausgeht. Die Werbung geht also über die reine Produktwerbung hinaus und wirbt gleichzeitig für die Nutzung von Elektrizität.


Eine Kohlenbogenlampe hatte 1879 erstmals Wernher von Siemens an seinem Haus in Berlin zur Straßenbeleuchtung angebracht. Dazu benutzte er zwei Elektroden aus Kohle, in die er Strom leitete. Durch das Zusammenführen der Elektroden wurden diese gezündet. Beim Auseinanderführen entstand dann ein Lichtbogen.


An der Verbesserung der Bogenlampe tüftelten jahrzehntelang verschiedene Techniker und Ingenieure. So auch Josef Rosemeyer, der die Regina Bogenlampen-Fabrik gründete.


Josef Rosemeyer wurde am 13. März 1872 in Lingen (Ems) geboren. Der Vater Bernhard Rosemeyer besaß eine Schlosserei, die überwiegend feuer- und diebstahlsichere Geld- und Dokumentenschränke herstellte. Nach dem Tod des Vaters 1889 führte Josef Rosemeyer das Unternehmen gemeinsam mit seiner Mutter weiter. 1897 erweiterte er sein Geschäft um den Verkauf von Motorrädern und Fahrrädern und stellte schließlich selbst in seiner Fahrrad- und Geldschrankfabrik Bern. Rosemeyer Fahrräder der Marke Rex her. Zu dieser Zeit war er bereits ein bekannter Radrennfahrer, der mehrere Meisterschaften gewonnen hatte und sogar für die Olympischen Spiele in Athen (1896) nominiert worden war.


Neben der Geschäftsführung und dem Radrennsport entwickelte er als Autodidakt eine elektrische Bogenlampe, die er 1898 beim Deutschen Reichspatentamt anmeldete. Josef Rosemeyer erkannte wohl die Zeichen der Zeit, denn er verließ Lingen und gründete am 1. August 1900 die Regina Bogenlampen-Fabrik G.m.b.H. in Köln. Er begann mit 30 Mitarbeitern, 6 Maschinenkräfte HP (Leistung der Maschinen) und machte 50.000 Mark Umsatz. Mit der modernen Bogenlampentechnik hatte er großen Erfolg. So stattete er schon 1902 die berühmte Düsseldorfer Ausstellung mit elektrischen Bogenlampen aus seiner Fabrik aus. Ein Jahr später erweiterte er die Produktion um Spezialbogenlampen zu fotografischen, Reproduktions- und medizinischen Zwecken. Mit der Einführung der Metallfadenlampe vergrößerte er sich abermals. Für seine Jota-Metallfadenlampe erhielt er 1910 auf der „Exposition Universelle de Bruxelles“ den „Grand Prix“. Inzwischen hatte er 500 Mitarbeiter, 300 Maschinenkräfte HP und machte 1,5 Millionen Mark Umsatz. Die Fabrik hieß nun Regina Elektrizitäts-Gesellschaft m.b.H. Köln-Sülz. Josef Rosemeyer verstarb 1919 in Köln.

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