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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Plakat Elektrizität im Wärmgerät

um 1927

Farbig gestaltetes Werbeplakat Bild vergrößern

Plakat „Elektrizität im Wärmgerät“, Entwurf: Fritz Julian, um 1927, Papier, 50,20 x 34,70 cm, Inv. Nr.: ek 93/21

Keine Farbe, keine Form, kein Geruch, kein Geschmack – wie verkauft man eigentlich Strom? Mit dieser Frage beschäftigten sich schon Anfang des 20. Jahrhunderts die Elektrizitätswirtschaft als Strom für den Großteil der Bevölkerung noch ein Luxusgut war.


Mit dem Ausbau der Stromnetze und durch billigere Tarife wurde Strom immer mehr zur Selbstverständlichkeit und zum Massenprodukt. Die Werbung, in ihrer Rolle als Vermittler zwischen Wirtschaft und Konsumenten, förderte den Verkauf von Strom.


1921 gründete die Vereinigung der Elektrizitätswerke (VdeW) eine eigene Werbeabteilung, deren Aufgabe die Gemeinschaftswerbung für die Elektrizitätswirtschaft und die Elektroindustrie war. Für die Entwicklung einer Dachmarke beauftragte die VdeW 1925 den Berliner Grafiker Fritz Julian. Dieser war schon vor dem Ersten Weltkrieg für die Elektrizitätswirtschaft als Gebrauchsgrafiker tätig.


1926 startete die erste große Werbekampagne „Elektrizität in jedem Gerät“. Dieser Wort-Bild-Marke mit Steckersymbol und Schriftzug, wurde von Zeitgenossen Schönheit, Zweckmäßigkeit und Dauerhaftigkeit nachgesagt. Aufgrund ihrer Beliebtheit hatten schon ein Jahr später 350 Unternehmen eine Lizenz für die Verwendung der Marke erworben. Reklamemarken, Emailschilder, Plakate oder Aschenbecher tragen Schriftzüge wie Elektrizität im Wärmgerät, im Arbeitsgerät oder beispielsweise im AEG-Gerät. Bis in die frühen 1950er Jahre waren Bilder mit dem Steckersymbol weit verbreitet und sogar auf Hauswänden zu finden.


Auf dem Plakat „Elektrizität im Wärmgerät“ steht auf einer Heizplatte ein zeittypischer moderner Teekessel, ähnlich jenem den der Industriedesigner Peter Behrens 1909 entworfen hatte. Das Kabel mit Stecker wird schwungvoll nach oben geführt und umrahmt den Schriftzug „Elektrizität“. Die i-Tüpfelchen werden von den Steckkontakten gebildet. Das Steckersymbol hat einen hohen Wiedererkennungswert. Darüber hinaus verweist das Design des Kessels in enger Verbindung mit Elektrizität auf ein fortschrittliches modernes Produkt: den Strom.

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