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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Musterbuch der Eisenhütten Gute Hoffnung und St. Antony

um 1840

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Produktkatalog „Abbildungen und Nummern-Verzeichnis von Eisenguss-Waaren welche Jacobi, Haniel & Huyssen auf den Eisenhütten Gutehoffnung & St. Antoni anfertigen lassen“, hg. von der Hüttengewerkschaft und Handlung Jacobi, Haniel und Huyssen, um 1840, Pappe, Papier, 21 x 15 cm, Inv.Nr.: ah e/1.2

1758 nahm in Osterfeld, heute ein Ortsteil Oberhausens, damals zum kurkölnischen Vest Recklinghausen gehörend, die St. Antony-Hütte als erste Eisenhütte des späteren Ruhrgebiets ihren Betrieb auf. Sie produzierte neben gusseisernen Dingen des täglichen Bedarfs auch Munition. Absatz fanden die Waren in der näheren Umgebung, aber auch in den Niederlanden und im norddeutschen Raum.


Das erste Roheisen floss am 18. Oktober 1758 aus dem Hochofen der St. Antony-Hütte. Für die Verhüttung wurden nur einheimische Rohstoffe verarbeitet. Raseneisenerz fand sich in den Niederungen von Emscher und Lippe, Holzkohle stammte aus den umliegenden Wäldern.


Die Entwicklung der Hütte wurde in den benachbarten Ländern aufmerksam verfolgt. So entstanden 1782 die Hütte Gute Hoffnung in Sterkrade, das zum preußischen Herzogtum Kleve gehörte, und 1791 an der Emscher die Hütte Neu-Essen im Reichsstift Essen. Im Umkreis von wenigen Kilometern gab es nun drei konkurrierende Eisenhütten, was die Beschaffung der Rohstoffe immer schwieriger machte. 1808 kam es zum Zusammenschluss der drei Hütten und 1810 zur Gründung der „Hüttengewerkschaft und Handlung Jacoby, Haniel & Huyssen". Aus ihr ging 1873 der „Gutehoffnungshütte Aktienverein" hervor.


Nach Zentralisierung und Rationalisierung der Produktionsanlagen stellten die Gießereien auf St. Antony und Gute Hoffnung um 1840 neben Munition und Maschinenteilen auch weiterhin Dinge des täglichen Bedarfs her. Das vorliegende Musterbuch zeigt eine Auswahl der Produkte im Bild, teilweise mit Maßangaben. Abgebildet sind Kochmaschinen (Küchenöfen), Gussöfen, Pfannen, Töpfe und Kessel, Gewichte, Gitter und Zäune, Monumente, Bügeleisen und Rohre. Demgegenüber sind nur wenige Maschinen oder mechanische Apparate aufgeführt. So gibt es einen „Dreh Krahnen für schwere Lasten" und eine „Heckerlings-Schneid Maschine".


Auf der St. Antony-Hütte wurde 1842 der Hochofen ausgeblasen, die Gießerei arbeitete noch bis 1877 weiter. Im letzten noch erhaltenen Gebäude, dem ehemaligen Wohnhaus des Hüttendirektors, zeigt heute das LVR-Industriemuseum eine Ausstellung zur Geschichte der St. Antony-Hütte. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite liegt ein industriearchäologischer Park, in dem die Fundamente der Produktionsanlagen bestaunt werden können und Filme das frühere Aussehen der Hütte digital rekonstruiert zeigen.

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