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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Foto „Schmiedemannschaft am Oelchenshammer“

1930er Jahre

Schwarz-weiße Porträtfotografie von sechs Schmieden des Oelchenshammers Bild vergrößern

Foto „Belegschaft vor dem Oelchenshammer“, 1930er Jahre, Papier, 11 x 16 cm, Inv. Nr.: ek 94/516

Stolz und selbstbewusst posieren die Schmiede des Oelchenshammers vor ihrer Arbeitsstätte. Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts prägten zahlreiche Hammerwerke die Täler und Flussläufe im Oberbergischen Land. Der Oelchenshammer bei Engelskirchen-Bickenbach ist heute der letzte Zeuge eines Schmiedehandwerks, das es verstand, aus der Kraft von Feuer und Wasser Stahl zu formen.


Eisenerzvorkommen, Holzkohle aus den Wäldern und das Wasser boten günstige Standortvoraussetzungen für die Metallverhüttung und –verarbeitung im Bergischen. Der Oelchenshammer wurde 1783 am Flusslauf der Leppe gegründet. 1860 übernahmen ihn die Edelstahlwerke Dörrenberg. Wurden hier zuvor hauptsächlich Bandeisen produziert, spezialisierte sich die Produktion nun auf mehrfach raffinierte, besonders harte Stahlsorten wie den „Janus-Stahl". Diese Qualitätsstähle wurden in den Zentren der Werkzeug- und Feineisenindustrie um Remscheid und Solingen zu dauerhaft scharfen Äxten, Beilen und Klingen weiterverarbeitet. In der Blütezeit um 1870 wurden im Jahr über 100 Tonnen Janusstahl hergestellt.


Im Oelchenshammer waren bis zu vier einzelne Hämmer in Betrieb. An jedem Hammer arbeiteten drei Männer eng zusammen: Der Ofenmann musste den Stahl im Feuer auf die richtige Verarbeitungstemperatur bringen. Der Schmied bearbeitete ihn dann unter einem der mächtigen Hämmer. Damit er in einem ganz bestimmten Rhythmus lief, gab er dem Schützjungen Zeichen. Dieser regulierte über eine Klappe die Wasserzufuhr und damit die Geschwindigkeit des Wasserrades, das die Hämmer antrieb. Starke Hitze an den Öfen, ein feuchtkaltes Klima im Rest der Schmiede, großer Lärm und der Transport schwerer Lasten machten die Arbeit hart und mühselig. Lederschürze und Holzschuhe – die typische Arbeitskleidung der Schmiede, wie sie auf dem Foto zu sehen ist – boten ohnehin nur einen geringen Schutz.


Neue Verfahren, Konkurrenz und eine Veränderung der Absatzmärkte machten das Schmieden in kleinen Hammerwerken immer unrentabler. Als einer der letzten wurde der Oelchenshammer 1947 stillgelegt. Er ist jedoch bis heute funktionstüchtig und seit 1993 eine Außenstelle des LVR-Industriemuseums Engelskirchen.

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