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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Ansichtskarte "Düsseldorfer Ausstellung Gute Hoffnungs-Hütte“

1902

Ansichtspostkarte zeigt die colorierte Zeichnung der Ausstellungshalle der Gutehoffnungshütte Bild vergrößern

Ansichtspostkarte von der Ausstellungshalle der Gutehoffnungshütte AG auf der Industrie- und Gewerbeausstellung in Düsseldorf 1902, 12.8.1902, Karton, 9 x 14 cm, Inv. Nr.: rz 01/249

1902 fand in Düsseldorf als Leistungsschau der Industrie an Rhein und Ruhr eine „Industrie- und Gewerbe-Ausstellung für Rheinland, Westfalen und benachbarte Bezirke“ statt. Sie galt als deutsche Antwort auf die Pariser Weltausstellungen, an denen sich deutsche Firmen 1878 und 1889 aus politischen Gründen nicht beteiligt hatten. Auf der Pariser Weltausstellung 1900 waren sie zwar vertreten, meinten aber, sie hätten sich nicht ihrer Bedeutung gemäß darstellen können.


In Düsseldorf präsentierten sich alle Industriezweige vom Bergbau und der Eisen- und Stahlindustrie bis zur Musikinstrumentenindustrie und dem Kunstgewerbe. Kronprinz Wilhelm eröffnete die Schau am 1. Mai 1902. Bis zum 20. Oktober lockten mehr als 2.000 Aussteller über 5 Millionen Besucher an. Zahlreiche Ansichtskarten trugen die Werbung für die Ausstellung in die Welt.


Besonders die Schwerindustrie stellte ihre Wettbewerbsfähigkeit zur Schau. Die Oberhausener Gutehoffnungshütte (GHH) zeigte in dem selbst errichteten Ausstellungsgebäude ihre gesamte Produktion vom Bergbau über Eisen- und Stahlerzeugung bis zum fertigen Produkt. Eine Zwillings-Tandem-Fördermaschine, eine Gasgebläsemaschine und ein Schiffsdieselmotor waren die größten Exponate. Draht-, Stab- und Feineisen wurden als Pyramiden inszeniert, Eisenbahnräder aufgetürmt, „kolossale Bleche", Stahlguss- und Schmiedeteile aufgebaut. Prozesse und Produkte, die nicht auszustellen waren, präsentierte man auf Fotografien oder Aquarellen. Der Katalog zur Gewerbeausstellung lobte, das Unternehmen sei „niemals auf dem Wege des Fortschritts stehen geblieben" und betrachte „bei Gelegenheit einer heimischen Industrie-Ausstellung eine glanzvolle Vertretung seiner heutigen Größe und Bedeutung als Ehrensache".


Die auf der Ansichtskarte abgebildete Ausstellungshalle hatte der Architekt Bruno Möhring entworfen. Ihr Äußeres verzichtete auf jede falsche Anlehnung an Kirche oder Schloss und präsentierte sich vielmehr als ein kunstvoll gestaltetes Hüttenwerk. Der Katalog lobte den „Eisenfachwerkbau, der sich so eigenartig aus der Umgebung der Gipsbauten hervorhob", als „wertvollen Beitrag zum Gebiete der Eisenarchitektur". Das Besondere an der Halle war, dass sie ihre Eisenkonstruktion nicht versteckte, sondern offen zeigte. Heute steht das Gebäude als Ausstellungshalle in Mexiko City.

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