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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Glasnegativ „Drei alte Russen“

1944

Schwarz-weiß Porträtaufnahme von drei Männern Bild vergrößern

Glasnegativ, Kriegsaufnahme von Zwangsarbeitern der Gutehoffnungshütte Oberhausen, Fotograf: Aloys Schmitz, 18. April 1944, Glas, 18 x 24 cm, Inv. Nr.: ah g/4679

Seit 1889 besaß die Gutehoffnungshütte (GHH) eine eigene Fotowerkstatt, die auch während des Zweiten Weltkrieges – wenn auch in reduziertem Umfang – weiter arbeitete. So sind aus den Jahren 1943/44 Fotografien von Zwangsarbeitern überliefert, die bei der GHH eingesetzt waren. Unter diesen Bildern befindet sich eine Serie von Gruppenporträts, die in den Journalen der Fotoabteilung den Titel „Drei alte Russen“ trägt.


Aloys Schmitz, damals Werkfotograf der GHH, gab in einem Gespräch Auskunft über die Fotos: Seit 1941 war er in der Fotoabteilung angestellt. Im April 1944 erhielt er den Auftrag, Arbeiten an einem Hochbunker der GHH in Oberhausen-Sterkrade zu dokumentieren. Die dort Beschäftigten – zumeist Ostarbeiter – stammten aus dem nahe gelegenen Lager Forsterbruch. Drei der Zwangsarbeiter wurden als „Charakterköpfe" ausgewählt, um porträtiert zu werden. Herr Schmitz bekam die Anweisung, die Arbeiter in unterschiedlichen Posen und mit verschiedenen Kopfbedeckungen zu fotografieren, da angeblich ein Gemälde von ihnen angefertigt werden sollte. Weitere Informationen erhielt er nicht. Ob tatsächlich ein Bild der drei Zwangsarbeiter gemalt werden sollte oder ob es sich bei dieser Begründung um einen Vorwand handelte, ist nicht zu klären.


Auf diese Weise kam der Fotograf mit den drei Zwangsarbeitern in Kontakt, ohne jedoch längere Gespräche mit ihnen zu führen. Er weiß daher nicht, ob es sich tatsächlich um Russen oder um andere Ostarbeiter handelte. Als der Bunker fertig war, wurden die drei Arbeiter Herrn Schmitz zugeteilt, um bei der bombensicheren Einlagerung der Fotonegative der Fotoabteilung zu helfen. Sie schleppten die schweren Glasplatten in den Bunker und trugen so zur Rettung der wertvollen Negative der GHH bei. Zwangsarbeiter selbst durften bei Bombenangriffen in keinem Bunker Schutz suchen. Sie mussten bei Angriffen in Gräben flüchten, in denen sie nur unzureichend geschützt waren.


Ob die drei porträtierten Ostarbeiter den Krieg im Lager Forsterbruch überlebt haben und was später aus ihnen geworden ist, ist nicht bekannt.

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