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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Feldhaubitze

von 1913

Feldhaubitze Kaliber 12 cm Bild vergrößern

Feldhaubitze (Geschütz), Kaliber 12 cm, Exportmodell für die Schweiz, Fried. Krupp AG, Essen, 1913, Metall, Holz, Leder, 180 x 180 x 510 cm, Inv. Nr.: ob 93/774

Diese Kruppsche Feldhaubitze gehörte zu einer neuer Generation von Geschützen, die nach 1900 von den Rüstungsfirmen Krupp in Essen und Rheinmetall in Düsseldorf weltweit angeboten wurden. Sie waren mit einer neuartigen hydromechanischen Brems- und Vorholvorrichtung für das Abschussrohr ausgestattet, die verhinderte, dass Geschütze nach jedem Abschuss wieder neu ausgerichtet werden mussten.


Als Schweizer Artillerieexperten im Februar 1901 die „Vorversuche zur Einführung von Feldhaubitzen" auf dem Kruppschen Schießplatz in Meppen beobachteten, wurden sie Zeugen eines waffentechnischen Quantensprungs. Statt der herkömmlichen Federsporngeschütze, bei denen das Rohr noch starr in einer Lafette gelagert war, stellte die Waffenschmiede aus Essen Geschütze mit einer neuartigen hydromechanischen Brems- und Vorholvorrichtung für das Abschussrohr vor. Diese den Geschützbau revolutionierende Technik verhinderte, dass sich das Geschütz bei jedem Abschuss in Folge des Rückschlags aufbäumte und anschließend neu ausgerichtet werden musste.


Allerdings hatte bereits vier Jahre zuvor die Düsseldorfer Firma Rheinmetall eine Feldkanone mit hydromechanischer Rücklaufbremse vorgeführt. Zwar waren die Düsseldorfer Geschütze, die bis zu 20 Schuss pro Minute ermöglichten, den Geschützen aus Essen haushoch überlegen, aber Krupp genoss das uneingeschränkte Wohlwollen des Kaiserhauses, und der Nimbus Kruppscher Waffen war ungebrochen. Das änderte sich erst, als sich die neuartigen Rheinmetall-Geschütze im Ausland bestens bewährten Seit der Heeresumrüstung von 1905 mussten sich die beiden Kontrahenten Rheinmetall und Krupp den Markt für leichte und mittlere Artilleriewaffen teilen; nur die schwere Artillerie blieb weiterhin eine Domäne der Essener Firma.


Die Eidgenossen kauften ihre Haubitzen jedenfalls bei Krupp. Die hier abgebildete, eigens für den Export entwickelte Feldhaubitze mit langem Rohrrücklauf fand 1913, zwölf Jahre nach den ersten Versuchen in Meppen, ihren Weg in die Schweizer Heeresarsenale. Sie ist heute Teil der Dauerausstellung "Schwerindustrie" in der Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen.

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