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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Postkarte von Oberhausen

von 1901

Vorderseite einer Postkarte mit verschiedenen gezeichneten Ansichten von Oberhausen Bild vergrößern

Ansichtskarte von Oberhausen, 1901, Papier, 8,9 x 14,1 cm, Inv. Nr.: rz 15/22

Ansichtskarten mit Aufnahmen von Städten oder Landschaften kamen um 1900 auf. Sie prägten das Bild oder Image einer Stadt, indem sie bestimmten, welche Ansichten bildwürdig waren und welche nicht.


Meist zeigten Ansichtskarten klassische Architekturdenkmäler, zentrale Orte und die wichtigsten Einrichtungen der Obrigkeit. In Oberhausen, wie im gesamten Ruhrgebiet, wurden zusätzlich oft Zechen und Hüttenwerke abgebildet.


In der Zeit der Industrialisierung entwickelten sich viele neue Freizeit- und Vergnügungsangebote. An welchen Veranstaltungen man teilnahm und in welchen der zahlreichen Vereine man Mitglied war, drückte aus, wer man war. Postkarten wurden sehr häufig genutzt, um über die individuelle Freizeitgestaltung zu berichten oder um zu gemeinsamen Aktivitäten einzuladen. Nicht selten wurden sie noch während einer Veranstaltung – sei es die Theateraufführung oder die gemütliche Bierrunde – verfasst. Damit ließ man andere indirekt daran teilhaben und konnte mitunter auch etwas angeben.


Mit dieser Postkarte, versendet am 13.9.1901, wird ein Arbeiter der Gutehoffnungshütte zum gemeinsamen Besuch einer Gesangsveranstaltung eingeladen. Postkarten dienten, wie dieses Beispiel zeigt, auch zur konkreten Verabredung von Besuchen oder gemeinsamen Freizeitaktivitäten, wie heute die digitalen Medien.

Handbeschriebene Rückseite einer Postkarte

Adressat:

Herrn August Knoppke

Gute Hoffnungshütte Maschinenbau

Sterkrade

b[ei] Oberhausen






Text:

den 13ten 9.01.

Lieber August

deine Karte erhalten, und freut uns sehr das

Ihr uns besuchen wollt, Wir sind vom Gesangverein

der evang[e]l[ischen] Gemeinschaft eingeladen und haben 2 Karten gekauft wenn

es Euch angenehm ist so kommt bei Zeiten es fängt um 3 Uhr Nach[mittag]

an und wenn ihr Ihr nicht \zu/ kommen wollet so kommt 1 Stündchen

später das dauert nicht lange. Kommt bestimmt wir richten uns darauf ein

alles andere mündlich herzlichen Gruß

Von Gustav und Mariechen



Weitere Informationen zum Projekt Grüße aus Oberhausen – Historische Postkarten und ihre Botschaften

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