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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Andenkenglas der Stadt Essen

Um 1910

Glas mit Motiven der Stadt Essen und goldenem Rand Bild vergrößern

Andenkenglas der Stadt Essen, um 1910, Glas, 13 x 6,60 cm, Inv. Nr.: rz 12/138

Andenkengläser mit Stadtansichten sind Souvenirklassiker für zu Hause und Geschenke für Freunde und Verwandte. Die Bilder sollen die Neugier von Reisenden wecken und spiegeln den Stolz einer Stadt wider.


Auf dem Andenkenglas des LVR-Industriemuseums sind markante Gebäude und Denkmäler der Stadt Essen abgebildet. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten wirbt Essen jedoch nicht mit historischen Sakral- oder Profanbauten. Die Identität Essens ist eng mit den ortsansässigen Unternehmen und ihren Akteuren verbunden.


Die Motive auf dem Goldrandglas sind Kopien von Stahlstichen der Villa Hügel, des Stadttheaters und des Friedrich-Alfred Krupp Denkmals. Mit schwarzem Konturendruck wurden die Bilder auf das Glas gedruckt und danach handkoloriert. Dabei wurde Emailfarbe nach einem Kaltmalverfahren verwendet.


Im oberen Teil der Abbildung ist die Villa Hügel zu sehen, ein gigantischer Bau der Unternehmerfamilie Krupp, mit den seinerzeit größten Stahlfabriken Europas. Die Villa Hügel wurde 1873 nach dreijähriger Bauzeit fertiggestellt und von Firmengründer Alfred Krupp, seiner Frau Bertha und seinem Sohn Friedrich-Alfred bezogen. Das Anwesen der Familie bestand aus 269 Räumen mit 8.100 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche. Noch heute thront die Villa Hügel über dem Ruhrtal und dem Baldeneysee in einem 28 Hektar großen Park und gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt.


Links darunter befindet sich in einem Emblem das Stadttheater Essen, heute Grillo-Theater, eine Stiftung des bedeutenden Unternehmers Friedrich Grillo. Grillo erwirtschaftete sein Vermögen vor allem im Bergbau und durch Beteiligungen an Unternehmen. Darüber hinaus war er Mitbegründer der Essener Credit-Anstalt. Das Theater zählt zu den ältesten Theatern im Ruhrgebiet. Es wurde 1892 eröffnet, bis 1908 erweitert und als Dreispartentheater für Oper, Tanz und Schauspiel geführt. Die auf dem Glas abgebildete wilhelminische Fassade wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und Ende der 1940er Jahre stilistisch stark verändert wieder aufgebaut.


Im rechten Emblem ist das Friedrich-Alfred Krupp Denkmal zu sehen. Friedrich-Alfred Krupp hatte das Stahlunternehmen zu weiterem wirtschaftlichen Erfolg gebracht und war Ehrenbürger der Stadt Essen. Freunde des 1902 Verstorbenen hatten der Stadt angetragen, aus Dankbarkeit für die wirtschaftlichen und sozialen Verdienste ein Denkmal zu errichten. Der Limburger Platz zwischen Stadtkern und Krupp-Werk schien dazu der geeignete Platz zu sein. Für die künstlerische Umsetzung wurde ein Wettbewerb ausgelobt, den der Berliner Künstler Hugo Lederer gewann. Die Architektur des Denkmals wurde bis auf die Bronzeskulptur im Zweiten Weltkrieg zerstört. Sie ist heute im Park der Villa Hügel zu sehen.


Weitere Informationen zum Projekt 1914 – Mitten in Europa

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