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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Kostümentwurf von Ilse Naumann

1930er Jahre

Skizze einer Frau in einem eleganten schwarzen Abendkleid Bild vergrößern

Kostümentwurf von Ilse Naumann, Zeichnung Bleistift mit Aquarell auf Pergamentpapier, Berlin 1930er Jahre, 25x18 cm, Inv. Nr. RA 11/84

Als Kostümbildnerin für Film- und Theaterproduktionen hat sich Ilse Naumann immer wieder auf neue historische, soziale und geographische Kontexte eingelassen und fand ihre jeweils eigenen modischen Ausdrucksmittel und Modecodes. Sie beschäftigte sich intensiv mit der Modegeschichte, historischen Schnitttechniken, ästhetischen Erscheinungen sowie gesellschaftlichen Regeln und bezog dabei immer auch und die Rolle, aber auch den Charakter der jeweiligen Schauspieler in den Kostümentwurf ein:


„Ein Kleid hat nicht nur Spiegelbild einer Epoche zu sein, sondern muß auch der Individualität einer Schauspielerin entsprechen und überdies mit dem Charakter ihrer Rolle in Einklang stehen. Ich machte mich deshalb bei meiner Arbeit in Rom nicht nur mit dem Drehbuch vertraut, sondern sah mir auch genau die Darstellerinnen an, ehe ich mit den Kostümentwürfen begann.“ (Ilse Naumann über Ihre Arbeit für den Opernfilm „Premiere der Butterfly“, Rom 1939)


Naumanns Stilrepertoire ist dementsprechend vielschichtig und bewegt sich zwischen klassisch, mädchenhaft verspielt bis sportlich mondän, pompös bis puristisch und prunkvoll bis ärmlich. In den frühen Entwurfszeichnungen lassen sich zudem stilistische Experimente und Anlehnungen an die avantgardistische Kunst erkennen. So bespielt sie beispielsweise den Hintergrund mit geometrischen Formen oder gibt ihren Figurinen abstrakte Erscheinungsformen, die an den Bauhausstil erinnern.

In diesem Entwurf bedient sie sich mit der Gestaltung des abstehenden Kragens und der kreisförmigen Kopfbedeckung eher futuristischer und surrealistischer Formen. Für welche Produktion dieser Entwurf gedacht war, ist nicht bekannt.



Weitere Informationen zum Projekt „Glanz und Grauen“

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