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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Puppenstubenmöbel

1920er Jahre

Verschiedene Puppenstubenmöbel aus Zigarrenholz gefertigt Bild vergrößern

Puppenstubenmöbel, Solingen, 1920er Jahre, Zigarrenkistenholz, 15 x 13 x 6 cm (Küchenschrank), 10,5 x 5,5 x 5,3 cm (Stuhl), 21 x 16 x 7 cm (Wohnzimmer-Buffetschrank), Inv. Nr.: sg 07/36

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts galten Puppenstuben oder Puppenmöbel als typisches Winterspielzeug und wurden in vielen Familien meist nur wenige Wochen (oft um die Weihnachtszeit) aufgebaut. Die Kinder, hier vornehmlich die Mädchen, wurden zu einem sorgsamen Umgang angehalten. Solches Spielzeug war kein Wegwerfartikel, es wurde in Ehren gehalten und konnte so auch Generationen überdauern.


In unserem Falle hat auch noch die Enkelin von Karl Schmitz mit den Puppenstubenmöbeln gespielt. Der Solinger Schleifer Karl Schmitz baute in den 1920er Jahren für seine kleine, 1919 geborene Tochter die Puppenstubenmöbel. Als Ausgangsmaterial diente ihm das Holz von Zigarrenkisten.


Das kostengünstige Holz von Zigarrenkisten, handwerkliches Geschick und viel Geduld sorgten für eine umfangreiche Möblierung des Puppenhauses. Ob Schränke, Stühle, Tische oder Betten, die kleine Besitzerin konnte mehrere Zimmer mit diesen selbst gebauten und liebevoll verzierten Möbeln ausstatten. Wir wissen nicht, ob Karl Schmitz nach einer Vorlage gearbeitet hat, doch dass die Herstellung aufwendig war, sieht man den kleinen Möbeln an.


Der Tabakverbrauch der damaligen Zeit war hoch. Zum Transport und zur Aufbewahrung von Zigarren nutzte man seit etwa 1850 kleine Holzkisten, die aus dem aromatischen und leicht zu bearbeitenden Holz der Zedrele (auch Westindische oder Spanische Zeder genannt) hergestellt wurden. Zigarrenkisten fanden über ihren eigentlichen Zweck hinaus vielfache Verwendung in Haushalt und Werkstatt, um allerlei Kleinmaterialien (Knöpfe, Nägel etc.) aufzubewahren. Das Holz wurde aber auch gerne für allerlei Bastel- oder kunsthandwerkliche Arbeiten genutzt. So verwies der Esslinger Verlag J.F. Schreiber auf einigen seiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienenen Vorlagen für Laubsägearbeiten (u.a. für Puppenmöbel) ausdrücklich auf Zigarrenkisten als Ausgangsmaterial.

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