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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Likörservice aus NIROSTA-Stahl

1936

Likörservice, bestehend aus sechs Kelchen und einem Tablett Bild vergrößern

Likörservice, NIROSTA-Stahl, Fried. Krupp AG, Essen, 1936, Metall, 12 x 4,8 cm (Likörkelch), 1,5 x 26 x 19,5 cm (Tablett), Inv. Nr.: ob 97/9001

Hygienisch, pflegeleicht, unverwüstlich und dabei relativ preiswert – diese Eigenschaften des rostfreien Stahls schätzen nicht nur die privaten Haushalte. Wesentlich bedeutender war und ist der Einsatz rostfreier und säurefester Stähle in der Medizintechnik und in der Chemie- und Lebensmittelindustrie. 1912 ließ sich die Essener Fried. Krupp AG die Stahlsorte patentieren, der Volksmund bezeichnete nichtrostende Stähle daher auch gerne als „Krupp-Stahl".


Ob „Krupp-Stahl" oder NIROSTA-Stahl, die offizielle Bezeichnung des revolutionären Stahls lautete V2. „V2" steht für „Versuch 2", „A" für Austenit, die Bezeichnung für ein bestimmtes Stahlgefüge. Im Krupp´schen Forschungslabor hatten Chemiker fast zufällig bemerkt, dass ein mit Chrom und Nickel legierter, d.h. mit diesen Zusätzen verbundener oder vermischter Stahl auch nach monatelanger Lagerung in säurehaltiger Atmosphäre blank blieb, also nicht rostete.


Krupp war nicht das erste Unternehmen, das den Eigenschaften des Stahls durch Forschung in firmeneigenen Labors auf die Spur zu kommen suchte. Die Stahlforschung in Deutschland entstand zunächst aus dem Bedürfnis, den jungen Werkstoff sicherer und risikoärmer zu machen. Heute sichert sie auf höchstem Niveau den Stahlstandort Deutschland, und noch immer gilt die Einsicht des Krupp´schen Chemikers Fritz Salomon aus dem Jahr 1883: „Es kommt mir überhaupt immer mehr so vor, als wenn im Stahl und Eisen noch manches Goldkorn verborgen ist, dessen Hebung uns hoffentlich gelingen wird."


Rostfreie Stähle sind nur ein Beispiel für die fast unbegrenzten Gebrauchseigenschaften von Stahl. Die physikalischen und chemischen Eigenschaften von Stahl können gezielt verändert werden. Je nach Sorte verträgt der Werkstoff klirrende Kälte oder extreme Hitze. Manche Stähle sind weich und biegsam – man denke an eine Büroklammer – andere hart wie Diamant. Die deutschen Hersteller bieten heute mehr als 2.000 verschiedene Stahlsorten an.

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