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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Lichtquelle in Volksempfänger

um 1950

Volksempänger, der als Lampe umgenutzt wurde Bild vergrößern

Lichtquelle, eingebaut in einen ehemaligen Volksempfänger, Fa. Schmitz, Solingen, um 1950, Kunststoff Bakelit, Metall, Stoff, 27,5 x 38 x 16 cm, ca. 1,5 kg, Inv. Nr.: sg 87/127.307

Die Montagearbeitsplätze der Solinger Schneidwarenindustrie waren immer schon auf eine gute Arbeitsbeleuchtung angewiesen. In aller Regel befinden sich die Werkbänke mit den Schraubstöcken vor einer Fensterfront, so dass man möglichst vom Tageslicht profitierten kann.


Viele Produkte werden zur Kontrolle etwa beim Richten gegen das Licht gehalten. Dies gilt für Scheren zwecks Prüfung der richtigen Position der beiden Hälften genauso wie etwa für Pinzetten, die nur funktionsfähig sind, wenn sie auf der gesamten Breite exakt schließen.


In der kleinen Solinger Schneidwarenfabrik Schmitz, die Ende der 1980er Jahre für immer die Tore schloss, fand sich der rätselhafte ehemalige Volksempfänger. Bei näherem Hinsehen entpuppte er sich als eine Lampe. Hinter einer nicht-blendenden Milchglasscheibe war um 1950 anstelle der Radiotechnik eine Lichtquelle zur Endkontrolle von Pinzetten eingebaut worden.


Die Ironie der Geschichte bestand darin, dass die Pinzettenkontrolleure auf diese Weise nicht mehr bei jeder Kontrolle den Arm heben mussten, so wie es in den Zeiten des Aufkommens der Volksempfänger - also in der NS-Zeit - als Gruß üblich war. Man war nicht nur unabhängig vom Sommer- bzw. Tageslicht, sondern konnte das Gerät auch in eine bequeme Position auf die Höhe des Arbeitsbereiches bringen.

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