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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Universalschere "Küchenhilfe"

1990er Jahre

Vielzweckschere aus rostfreiem Stahl für die Nutzung in der Küche Bild vergrößern

Universalschere „Küchenhilfe“, Zwilling J.A. Henckels AG, 1990er Jahre, rostfreier Stahl, 20,3 x 7,7 cm, Inv. Nr.: sg 93/626

Die Küchenhilfe ist eine Vielzweckschere. Sie wird bis heute in klassischer Form oder modern abgewandelt hergestellt. Sie löst Schraubverschlüsse, öffnet Kronkorken, Milchtüten und andere Verpackungen. Sie schneidet Kräuter, Folien, Papier, Pappe, Blumen, dünnen Draht und vieles mehr.


1939 stellte die Firma J.A. Henckels Zwillingswerk AG (heute Zwilling J.A. Henckels AG) die Küchenhilfe als Neuheit auf der Leipziger Frühjahrsmesse vor. Damals wurde sie als Küchenwerkzeug angepriesen, das Fleisch genauso wie Fischflossen oder Gemüse schneidet. Auch Linoleum, Leder, Gummi, Pappe oder Bindfäden durchtrennte die Schere. Mit den Griffen könnten Zitronen ausgepresst und Nüsse geknackt oder Mineralwasserkapseln abgehoben werden. Die Deckelheber am Griffende dienten zum Öffnen von Gläsern mit Drehverschlüssen durch Einlassen von Luft oder hoben die Deckel von Büchsen.


Doch die Zeit war noch nicht reif. In den 1950er Jahren brachte das Zwillingswerk die Schere erneut auf den Markt. Auf großen Zuspruch stieß sie zunächst im Ausland. Den deutschen Hausfrauen war sie noch zu teuer. Das änderte sich, spätestens seit den 1960er Jahren als alle renommierten Scherenproduzenten ähnliche Modelle anboten.


Viele Küchenhilfen dieser Zeit besaßen neben dem Deckelheber noch einen Dorn, der für die Löcher in der Büchsenmilchdose zuständig war. Büchsenmilch gibt es heute in dieser Form kaum noch. Das entsprechende Werkzeug für den Ausguss der Milch ist mittlerweile museumsreif. Und auch die modernen Vielzweckscheren für die Küche haben keinen Dorn mehr.


Weitere Informationen zum Projekt „Im Schnitt gut - Scherengeschichte(n)“

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