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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Mokkatasse zur VIII. Jahresversammlung des Verbands Deutscher Elektrotechniker (VDE)

1905

Bunt verzierte Mokkatasse und Untertasse Bild vergrößern

Mokkatasse zur VIII. Jahresversammlung des Verbands Deutscher Elektrotechniker (VDE), Hermsdorfer Porzellanfabrik GmbH, 1905, Porzellan, 6,3 x 6,6 cm Ø (Tasse), 12,7 cm Ø (Teller), Inv. Nr.: rz 07/1481

Mit der Nutzung der Elektrizität entstanden neue Berufe wie jener der Elektroingenieure. Sie gründeten Vereine und Verbände, mit dem Ziel, ein Forum zum Austausch gemeinsamer Interessen zu haben und ihre Stellung in Wirtschaft und Gesellschaft zu stärken.


Um 1900 bildeten Elektroingenieure eine eigenständige Gruppe, die für das Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft immer mehr an Bedeutung gewann. Schon 1893 gründeten in Berlin 37 Delegierte verschiedener elektrotechnischer Vereine den Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE). In den ersten Jahren bestanden seine Aufgaben unter anderem in der Erarbeitung von Betriebsvorschriften für die sichere Einrichtung elektrischer Anlagen und in der Festschreibung von Normen für Glühlampen und Installationsmaterial.


Der VDE hatte immer mehr Zulauf, so dass er kurz nach 1900 schon 3.600 Mitglieder aus 16 elektrotechnischen Vereinen zählte. Unter anderem war 1903 der Elektrotechnische Verein (ETV) des rheinisch-westfälischen Industriegebiets dem VDE beigetreten - nach dem ETV Berlin der zweitgrößte und –wichtigste Verein im Deutschen Reich. Berlin bildete mit Siemens und der AEG das Zentrum der elektrotechnischen Industrie; das rheinisch-westfälische Industriegebiet war hingegen das Zentrum der Elektrizitätswirtschaft.


Der Elektrotechnische Verein des rheinisch-westfälischen Industriegebiets organisierte erstmals seit der Gründung des VDE eine Jahresversammlung in Dortmund und Essen. Die VIII. Jahresversammlung fand im Juni 1905 statt. Zu diesem besonderen Anlass wurden eigens Porzellantassen aus der Thüringer Porzellanfabrik Kahla, Filiale Hermsdorf–Klosterlausnitz, bestellt. In den Tassen wurde in den Pausen Mokka serviert. Möglicherweise waren sie auch eine Erinnerungsgabe an die Veranstaltung.


Die Tassen der Hermsdorfer Porzellanfabrik waren sicherlich günstig zu beziehen, denn es bestand eine enge Verbindung zum Verband bzw. zur elektrotechnischen Industrie und Elektrizitätswirtschaft. Das Unternehmen stellte seit 1892 technische Keramik her, zum Beispiel Hochspannungsisolatoren, lieferte jedoch bis 1910 auch weiterhin Porzellangeschirr.


Die Tasse war ein seit den 1890er Jahren handelsübliches Produkt, das noch von Porzellanmalern verziert wurde. Das Design war für die Zeit eher konservativ und weist keine modernen oder Jugendstilelemente auf. Der Überraschungseffekt kam beim Anheben der Tasse vom Unterteller. Sie gab den feierlichen Anlass mit dem Schriftzug „V.D.E. VIII. Jahresversammlung Dortmund u. Essen 1905“ frei.


Weitere Informationen zum Projekt "1914 - Mitten in Europa"

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