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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Küchen- und Spültisch

1920er - 1930er Jahre

Kombinierter Küchen- und Spültisch, mit ausziehbarer Schublade und zwei integrierten Schüsseln Bild vergrößern

Küchen- und Spültisch, 1920er - 1930er Jahre, Holzplatte mit Linoleum, 79 x 119 x 68 cm, Inv. Nr.: rz 08/120

Bis Ende der 1940er Jahre war das Leben der Arbeiterschaft von Wohnungsknappheit und Platzmangel geprägt. Lange Zeit sorgten weder private noch öffentliche Bauträger für billigen Wohnraum. Überbelegte, häufig unbewohnbare Innenräume waren weit verbreitet.


Der kombinierte Küchen- und Spültisch symbolisiert die Enge der Wohnverhältnisse von Arbeitern und kleinen Angestellten. Oft gab es nur eine Wohnküche und einen Schlafraum. Belege liefert beispielsweise der Duisburger Fotograf Heinrich Hill. Er dokumentierte in den 1920er Jahren Wohnungen für eine mehrköpfige Familie in Duisburg-Meiderich. Noch 1927 hatte im Duisburger Stadtteil Hamborn jede fünfte Familie keine eigene Wohnung. Auch in der Zeit des Nationalsozialismus blieben Bautätigkeit und Standard hinter dem Bedarf bezahlbaren Wohnraums für Arbeiter zurück.


Sofern kein Spülstein vorhanden war, gab es in den üblichen Wohnküchen nur einen einfachen Ausguss. Die kombinierten Küchen- und Spültische waren daher eine platzsparende und praktische Ergänzung, denn mit zwei Schüsseln ging das Spülen besser von der Hand. Je nach individueller Praxis wurde in eine Schüssel Seifenwasser gefüllt, die zweite diente zum Nachspülen oder Abtropfen des Geschirrs. Die kleinen Schälchen waren für Seife und Spülbürste vorgesehen. Vermutlich funktionierten die Nutzer den Spültisch auch zum Waschtisch für die Körperhygiene um. Nahe dem Spültisch war in der Regel ein Handtuchhalter angebracht, an dem Geschirr- und andere Handtücher hinter einem Spitzenvorhang hingen.


Das bewährte System des ausziehbaren Spültischs wurde auch auf moderne Einbauküchen der 1950er Jahre übertragen. Sie hatten eine breite Schublade, in der zwei Spülschüsseln eingehängt waren.



Weitere Informationen zum Projekt "1914 - Mitten in Europa"

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