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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Elektro-Kohleherd

von 1952

Elektro-Kohleherd mit zwei Kochplatten und Backhofen im Elektrobereich und mit drei Feuerungslöchern für den Kohleherd Bild vergrößern

Kombinierter Elektro-Kohleherd, Küppersbusch & Söhne AG in Gelsenkirchen-Schalke, 1952, Metall, Schamottestein, Kunststoff, 81 x 100 x 70 cm, Inv. Nr.: sg 90/241

Kochherde der Gelsenkirchener Firma Küppersbusch & Söhne AG bestimmten lange Zeit das Bild in zahlreichen Haushalten des Rheinlands und Westfalens. Vor allem in Bergmannsküchen tat der mit Kohle oder Holz beheizte Kochherd seinen Dienst. Neben Kohleherden bot die „Größte Special-Fabrik Deutschlands für Kochapparate aller Art" seit 1925 auch Elektroherde in seinem Produktprogramm an.


Die Bergleute nutzten ihr Gewohnheitsrecht, untertage Reste von hölzernen Grubenstempeln als „Anmachholz" für den Küchenherd daheim zurecht zu schneiden. Dieses Stempelstück wurde, wie die Bergleute damals sagten, auf „Küppersbuschlänge" gesägt. Das so entstandene Holzklötzchen wurde dann mit einem Handbeil mehrfach in Längsrichtung gespalten. So erhielt man eine ganze Anzahl schmaler Holzstückchen, die sich zusammen mit Zeitungspapierresten hervorragend zum Anzünden der Kohlefeuerung im Herd eigneten.


Der Elektro-Kohleherd bietet mit drei Feuerungslöchern genügend Platz zum Kochen. Durch herausnehmbare Ringe lassen sie sich den verschiedenen Topfgrößen anpassen. In die abgedeckte rechteckige Öffnung kann ein Wasserschiffchen eingesetzt werden, das für ständig heißes Wasser sorgt. Die für Kohleherde typische Stange an der Ofenfront, die „Reling", dient nicht nur zum Schutz der Kleidung, sondern eignet sich auch zum schnellen Trocknen von Handtüchern und kleineren Wäschestücken.


Der Küppersbusch Kombiherd verfügt im Elektrobereich über zwei Kochplatten, deren Temperatur über Drehschalter reguliert wird. Der Backofen lässt sich über zwei dreistufige Schalter für Unter- und Oberhitze bedienen. Ein Elektroherd vereinfachte das Kochen, befreite vom mühseligen Besorgen der Kohle, Anfeuern des Herdes, Reinigen und Wegschaffen der Asche. Dennoch kam sein Durchbruch erst in den 1950er Jahren. Häufig existierte das Alte neben dem Neuen und Kombiherde waren bis in die 1950er Jahre des 20. Jahrhunderts weit verbreitet. Vor allem die Bergmannsfamilien zogen den Kohleherd vor, da sie mit der Deputatkohle einen kostengünstigen Brennstoff nutzen konnten.

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