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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

1 Milliarde Mark, Papiergeld in Originalverpackung

1923

Verschnürtes Päckchen von 1000 Reichbanknoten Bild vergrößern

1 Milliarde Mark, Papiergeld in Originalverpackung, 1923, Papier, 8 x 12 x 9,5 cm, Inv. Nr.: ob 97/13

Am 3. Oktober 2010 beglich Deutschland nach 92 Jahren die letzten Schulden aus dem Ersten Weltkrieg. Mit der Zahlung von 200 Millionen Euro waren die Verpflichtungen aus dem Versailler Vertrag endgültig abgegolten.


Schon mit Kriegsbeginn ab August 1914 war die Versorgung der privaten Haushalte durch eine spürbare Inflation gefährdet. Der deutsche Staat finanzierte die Ausgaben für Waffen, Munition, Soldaten, Verpflegung und Transport durch Anleihen. Gleichzeitig wurden mehr Geldscheine gedruckt, so dass 1918 fünfmal so viele Geldscheine wie vor dem Krieg in Umlauf waren. Die Staatsverschuldung betrug zu diesem Zeitpunkt rund 164 Milliarden Mark.


Die steigende Verschuldung und die im Versailler Vertrag festgeschriebenen Reparationszahlungen an die Alliierten beschleunigten die Abwertung der Mark gegenüber Fremdwährungen. Zusätzlich kam es durch Spekulationen der Banken 1923 zur Hyperinflation. Zählte 1922 der 1000-Mark-Schein zum höchsten Nennwert, ließ die Notenbank ein Jahr später Scheine im Wert von 100 Billionen drucken. Für die Bevölkerung verschlechterte sich dadurch weiter die Versorgung. Anfang Dezember 1923 hat eine Hausfrau für ein Ei 320 Päckchen mit eine Milliarde Mark auf die Ladentheke legen müssen.


Das Päckchen aus der Museumssammlung enthält 1000 Reichsbanknoten in zehn Bündeln à 100 Stück. Sie wurden am 9. August 1923 ausgegeben. Laut den Öffnungsvorschriften für die Reichsbank-Anstalten, zu lesen auf der Seite, musste diese Verpackung bis zur Prüfung des Ergebnisses am 27. September 1923 aufbewahrt werden. Die eine Milliarde Mark wurde also geprüft, kam aber nicht in Umlauf. Das Museum kaufte die Geldscheine 1996 bei einem Münzhändler, wenige Jahre nach der Wiedervereinigung, in Leipzig.



Weitere Informationen zum Projekt "1914 - Mitten in Europa"

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