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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Ausbildungsunterlagen zur Kessel- und Dampfmaschinentechnik

1950er Jahre

Planzeichnungen, zwei gelochte Papierseiten Bild vergrößern

Planzeichnungen, abgeheftet in den Ausbildungsunterlagen von Paul Koenen aus Euskirchen zum Thema „Wärme und Kraft“, Textilingenieur-Schule Aachen, Anfang 1950er Jahre, handkoloriertes Papier, 30 x 21 cm, Inv. Nr.: eu 91/5357

Die Dampfmaschine war die treibende Kraft der Industrialisierung. Bis zum Siegeszug des Elektromotors in den 1920/30er Jahren waren Dampfkessel und Dampfmaschine das Herz der Fabriken. Waren sie nicht in Betrieb, lief keine Maschine, stand die Produktion still. Das galt auch für die Betriebe der Tuchindustrie, und zwar in manchen Fällen bis in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg.


Textilingenieure mussten nicht nur wissen, wie ein Krempel, ein Webstuhl oder eine Spinnmaschine funktionierten, sondern im Interesse eines reibungslosen Produktionsablaufs auch mit den technischen Besonderheiten der Dampfkessel und der Dampfmaschinen vertraut sein. Unter der Überschrift „Wärme und Kraft" hatten beispielsweise die Absolventen der renommierten Textilingenieur-Schule in Aachen noch Anfang der 1950er Jahre im zweiten Semester die Grundlagen der Dampferzeugung sowie Technik und Betrieb der verschiedenen Dampfmaschinen-Bauarten zu studieren.


Die handkolorierten, optisch ansprechenden Planzeichnungen bieten einen exemplarischen Einblick in die umfangreichen Ausbildungsunterlagen. Sie stammen aus dem Privatbesitz des Euskirchener Tuchfabrikanten Paul Koenen, der an der Aachener Textilingenieur-Schule sein Handwerk gelernt hatte. Die Abbildung auf dem rechten Blatt oben zeigt einen klassischen Flammrohrkessel im Längsschnitt, die Abbildung links darunter den entsprechenden Querschnitt. Die Abbildung daneben präsentiert im Querschnitt einen Zweiflammrohr-Kessel, so wie er beispielsweise in der Tuchfabrik Müller in Betrieb war. Bei beiden Kesselbauarten strömen die heißen Rauchgase von der Feuerung aus durch die langen Flammrohre und bringen so das Wasser im Kessel zum Kochen. Vom Dampfdom auf dem Kessel führen die Dampfleitungen zur Dampfmaschine und zu den Produktionsmaschinen, die Dampf benötigen – Färbebottiche wurden zum Beispiel lange mit heißem Dampf beheizt. Die Abbildung unten demonstriert die Funktionsweise eines Röhrenkessels, so wie er vor allem von Dampflokomotiven bekannt ist. Die Abbildungen auf dem linken Blatt zeigen eine liegende Einzylinder-Dampfmaschine mit Schiebersteuerung.

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