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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Typenhebel-Schreibmaschine „Mercedes Elektra“

von 1933

Elektrische Schreibmaschine, Modell Bild vergrößern

Elektrische Schreibmaschine, Mercedes Büromaschinen-Werke AG, Zella-Mehlis, 1933, Metall, Kunststoff, Gummi, 25 x 45 x 37 cm, Inv. Nr.: ek 93/82

Die „Mercedes“ gilt als erste am Markt erfolgreiche deutsche elektrische Schreibmaschine. Das Modell 1 wurde ab 1921 von den Mercedes Bureaumaschinenwerken in Zella-Mehlis hergestellt. Deutlich erkennbar ist auch beim hier gezeigten Modell 3 der „Elektra“ noch der kleine, seitlich angebrachte Elektromotor, der in den folgenden Generationen von elektrischen Schreibmaschinen immer mehr in das Gehäuse integriert wird.


Vor allem der Elektromotor steht für die neue Qualität des Maschinenschreibens. Er verringert den Kraftaufwand für Fingerspitzen und Handgelenk, weil er den Tastenanschlag und den Wagentransport übernimmt: Das Schreiben auf der „Elektrischen" war damit leichter als auf der mechanischen Schreibmaschine. Andererseits hatte das zur Folge, dass sich die Anforderungen an die individuelle Schreibleistung erhöhten.


Schon der mechanischen Variante des Maschinenschreibens entspricht ein markanter soziologischer Umstand: Maschinenschreiben ist weiblich. Die „Feminisierung" der Büroarbeit, vor allem seit den 1920er Jahren, ist untrennbar mit dem Einsatz der Schreibmaschine verbunden. Hinter dem vermeintlich geschlechtsspezifischen Schicksal stand freilich eine ökonomische Kalkulation der Arbeitgeber, die genug Anlass auch zu satirischen Kommentaren gab, die der Wahrheit durchaus nahe kamen: „Daß die Maschinen so gerne Mädchen vorgesetzt werden, rührt unter anderem von der angeborenen Fingergeschicklichkeit der jungen Dinger her, die freilich eine zu weit verbreitete Naturgabe ist, um ein hohes Tarifgeld zu erwarten..." Die weitere Entwicklung der Büromaschinen hat die Schreibmaschine seit den 1980er Jahren durch den digitalen „Rechner" ersetzt, der nicht nur Schreibprogramme bietet. Ein Programm zur Veränderung der Rollenverteilung in den Sekretariaten ist allerdings bislang noch nicht dabei.

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