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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Registrierkasse

1911

Registrierkasse aus vernickeltem Messing mit Jungenstil-Ornamenten Bild vergrößern

Registrierkasse, Nationale Registrierkassen GmbH, Berlin, 1911, Messing vernickelt, 68 x 48 x 40 cm, Inv. Nr: rz 13/355

Nach 1900 bis zum Ersten Weltkrieg blühte der Handel an Rhein und Ruhr. Zunehmender Wohlstand und vielfältige Konsummöglichkeiten prägten das Bild im städtischen Leben. In den Geschäften und Gaststätten klingelten die neuen Registrierkassen.


Schon 1896 gründete die US-amerikanische National Cash Register Company (NCR) eine Vertriebsgesellschaft in Berlin. Die deutsche Nationale Registrierkassen GmbH (NRK) hatte schon bald zahlreiche Niederlassungen, so auch in Hagen im Ruhrgebiet. Die Registrierkasse des Museums wurde ursprünglich dort verkauft, bevor sie in den 1970er Jahren in einen Friseursalon in Dortmund und 2013 ins LVR-Industriemuseum kam.


Die Kassen wurden jedoch weiterhin in den USA hergestellt und nach Europa exportiert. Bei der Produktion wurde ein Serien- und Typenschild angebracht. Anhand der Typennummer 647 ist bekannt, dass es sich um eine Kasse für den Export nach Europa handelte. Kennzeichnend dafür ist darüber hinaus der linke Hebel, mit dem die Mark und Pfennig-Beträge gelöscht wurden. Die US-amerikanischen Modelle hatten an dieser Stelle Tasten. Die Seriennummer 958755 zeigt die Stückzahl in der Produktion an, die im Jahre 1911 erreicht war.


Auf der Anzeige weist ein zeittypischer Zeigefinger auf den Rechnungsbetrag hin. Die Kunden erhielten auch damals schon einen Kassenzettel als Beleg. Bevor die Kasse geöffnet wurde, musste die rechte Kurbel bedient werden. Dann ertönte ein Klingelzeichen. Der Lokalbesitzer James Ritty aus Dayton (Ohio/USA) soll 1879 die Registrierkasse erfunden haben, um Diebstähle von Seiten des Personals zu verringern. Das Klingelgeräusch der Bargeldschublade erzielte jedenfalls Aufmerksamkeit. Darüber hinaus konnten die Warenströme und Umsätze besser erfasst und kontrolliert werden. Allerdings war das Verfahren noch nicht automatisiert wie bei modernen elektronischen Kassen. Der Händler oder Lokalbesitzer rechnete zuvor im Kopf, schrieb den Betrag unter Umständen auf einen Zettel und zeigte diesen erst dann mittels der Hebel auf der Kasse an.


Die Registrierkasse ist aus vernickeltem Messing und mit Ornamenten des Jugendstils verziert. Sie erfüllte in Geschäften und Gaststätten nicht nur ihren praktischen Zweck, sondern zierte als ein Schmuckstück die Räume. Gleichzeitig ist sie Symbol für regen Handel in der frühen Konsumgesellschaft. Essen und Trinken in Gaststätten sowie Einkaufen waren damals wie heute beliebte Freizeitvergnügen.



Weitere Informationen zum Projekt "1914 – Mitten in Europa"

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