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Blick in die Textilsammlung im Museumsdepot mit zahlreichen Kleidungsstücken in Regalen

Ärmelschoner

Von 1902

Detailansicht eines Armes mit einem weißen Hemd und einem Ärmelschoner Bild vergrößern

Ärmelschoner, 1902, Baumwolle, 38 x 21 cm, Inv. Nr.: ra 02/92

Wie kein anderes Objekt symbolisieren Ärmelschoner bürokratische Verwaltungsarbeit, bei der „Schreiberlinge“ akribisch Rechnungsbücher ausfüllen und unzählige Abschriften von Geschäftspapieren anfertigen.


Der Ausbau der Verwaltungen in den Kommunen, zum Beispiel für städtische Verkehrsgesellschaften, Wasser- und Energieversorgungsbetriebe, erforderte Effizienz und eine moderne Büroausstattung. Doch trotz der Einführung von Schreibmaschinen, Rechenmaschinen und Kopiergeräten gehörten noch bis in die 1950er Jahre handschriftliche Dokumente zum Büroalltag.


Um sich die weißen Hemden nicht mit Tinte schmutzig zu machen und da es in den meisten Haushalten keine Waschmaschine gab, wurden Ärmelschoner allmorgendlich übergestülpt. Sie bestehen aus Baumwolle oder Leinen, haben eine schlauchartige Form und werden mit einer Kordel am Handgelenk und am Ellenbogen zugeschnürt. Nur wenige Kleidungsstücke wie die Ärmelschoner zählen im Bereich der Verwaltungsarbeit zur Arbeitsschutz- und Berufskleidung.


Das Museumsstück wurde 1902 zu Beginn der kaufmännischen Lehre eines jungen Mannes aus dem bergischen Velbert angeschafft. Auch in anderen Berufen finden Ärmelschonern Verwendung. Schweißer tragen zum Beispiel Ärmelschoner aus Leder oder sie werden in Berufen genutzt, in denen Hygiene eine große Rolle spielt.


Weitere Informationen zum Projekt 1914 – Mitten in Europa

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