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Schwarz-weiß Aufnahme von gefalteten Zeitungen

Nicht nur kleinkariert

LVR-Industriemuseum zeigt neue Ausstellung „Das Pepita-Virus“ in Euskirchen

18. Juni 2015

Euskirchen. Pepita ist zurück. Besonders bekannt als schwarz-weißes Webmuster findet sich das zeitlose Design als Hahnentritt, Glencheck oder Pepita derzeit nicht nur auf Stoffen, sondern auf allem, was sich bedrucken lässt. Nachdem es einige Jahre in den Hintergrund geraten war, infizierten sich Lady Gaga und die komplette Designabteilung eines skandinavischen Textilunternehmens mit dem „Pepita-Virus“ und machten den Klassiker wieder hochmodern. In der Ausstellung „Das Pepita-Virus – Herstellung & Verbreitung eines Stoffmusters“ beschäftigt sich das LVR-Industriemuseum ab dem 21. Juni in der Tuchfabrik Müller mit der Geschichte und der Produktion dieses außergewöhnlichen und prägnanten Stoffmusters.


Spurensuche

Wie alte Stofffunde zeigen, wurden Pepita-Muster schon vor mehr als 2000 Jahren gewebt. Seit dem späten 19. Jahrhundert treten sie vermehrt in Erscheinung. Zahlreiche Stoffproben in der Ausstellung zeigen die Wandlungsfähigkeit des Musters, dessen Definition selbst in der Fachliteratur nicht eindeutig ist. Wie es im deutschsprachigen Raum zur Bezeichnung als Pepita-Muster kam, ist nicht überliefert. Als Namenspatin gilt die spanische Tänzerin Pepita de Oliva (1830-1900), die Mitte des 19. Jahrhunderts in Deutschland große Erfolge feierte. Insbesondere der französische Modeschöpfer Christian Dior hat das Pepita-Muster 1947 mit seiner Kollektion berühmt gemacht.


Pepita-Hochzeit: Fünfziger Jahre

Im Nachkriegsdeutschland der frühen 1950er Jahre wurde die weniger glamouröse, klein-karierte Variante des Musters auf Anzügen, Hüten, Krawatten und Kostümen besonders beliebt. Der legendäre Pepita-Hut des damaliges Bundeskanzlers Konrad Adenauer, den er hauptsächlich im Italien-Urlaub am Comer See trug, transportierte eine gepflegte Gelassenheit und weckte die Sehnsucht nach dem in Italien vermuteten ‚Dolce Vita‘. Ob klein-kariert oder groß-gemustert – in den späten 50ern sprang das Pepita-Muster auf unzählige Alltagsobjekte über. Von der Kakao-Kanne über das Schokoladenpapier bis zum Feuerzeug und Taschenmesser wurden profane Gegenstände mit der Eleganz der schwarz-weißen Karos geadelt.


Voll im Trend

Nicht erst seitdem sich die Pop-Sängerin Lady Gaga 2011 von Kopf bis Fuß mit der Hahnentritt-Kollektion von Salvatore Ferragamo stylte, ist das Muster wieder ein zentrales Modethema. Auch Stil-Ikone Gwen Stefani liebt Outfits in dem schwarz-weißen Muster. Ob konservatives Understatement oder elegante Extravaganz – derzeit erreicht die Ausbreitung des Pepita-Virus einen neuen Höhepunkt. Nur auf Fernsehbildschirmen sorgen die optischen Eigenschaften für ein flimmerndes Bild und sind entsprechend unbeliebt. Für viele Künstler ist aber gerade dieser Effekt eine Inspirationsquelle.


Die Ausstellung

Konzipiert hat die Ausstellung das Tuchmacher Museum Bramsche. Dort wurde eine große Sammlung alltäglicher, aber auch überraschender Objekte aus sechs Jahrzehnten für die Präsentation zusammengetragen. In der Tuchfabrik Müller ist die Ausstellung nun auf rund 500 Quadratmeter erweitert zu sehen. Historische Kleidungsstücke und Fotografien, Zeitschriften, Grafiken und Musterbücher aus der Sammlung des LVR-Industriemuseums sowie viele private Leihgaben entführen die Besucherinnen und Besucher in die schillernde Pepita-Welt. Die Produktion von Pepita-Mustern auf Handwebstühlen sowie museumspädagogische Modelle machen den komplizierten Webvorgang anschaulich. Zu festen Terminen lassen sich Handweberinnen und –weber bei der kniffligen Verkreuzung von schwarzen und weißen Fäden über die Schulter schauen.


Zur Ausstellung erscheint ein Begleitband, der für 8 Euro im Museumsshop erhältlich ist.


LVR-Industriemuseum

Tuchfabrik Müller

Carl-Koenen-Straße 25b

53881 Euskirchen-Kuchenheim


Laufzeit: 21. Juni – 20. Dezember 2015


Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10 – 17 Uhr, samstags und sonntags 11 – 18 Uhr


Eintrittspreise: 3 €, ermäßigt 2,50 €. Kombikarte mit Tuchfabrik 8,50 €. Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben im LVR-Industriemuseum freien Eintritt.


Besucherinfos und Buchungen von Führungen bei kulturinfo rheinland unter

Tel.: 02234/9921-555 (Mo-Fr 8-18 Uhr, Sa, So und an Feiertagen 10-15 Uhr) oder per Mail an


Bei redaktionellen Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Claudia Bruch

Tel. 02251/1488112

Pressefotos

Die Pressebilder dürfen nur zu Pressezwecken im Rahmen der aktuellen Berichterstattung über die Ausstellung "Das Pepita-Virus" des LVR-Industriemuseums, Tuchfabrik Müller genutzt werden. Eine gesonderte Verwendung der Bilder ist nicht erlaubt.

Detailansicht eines Herrenmantelrevers in schwarz-weißem Pepita-Muster

Herrenmantelrevers, um 1960


© LVR-Industriemuseum


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Mantelstoff, um 1960


© LVR-Industriemuseum


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Selbstgewebtes Pepita-Muster

Selbstgewebtes Pepita-Muster, 2015


© LVR-Industriemuseum


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Damenschuhe in schwarz-weißem Pepita-Muster

Damenschuh Högl mit Hahnentrittmuster, 1980er Jahre


© LVR-Industriemuseum


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Kleiner Hund in einem Mantel mit schwarz-weißem Pepita-Muster

Hund Emma in Pepita, 2012


© Tuchmacher Museum Bramsche


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Kosmetiktuchschachtel in schwarz-weißem Pepita-Muster

Kosmetiktuchschachtel, 2015


© LVR-Industriemuseum


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Blick in die Ausstellung mit Kleidung auf Figurinen und Schaukästen

Blick in die Ausstellung "Das Pepita-Virus", Euskirchen 2015


© LVR-Industriemuseum


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Blick in die Ausstellung mit mehreren Kleidern auf Figurinen

Blick in die Ausstellung "Das Pepita-Virus", Euskirchen 2015


© LVR-Industriemuseum


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Historisches schwarz-weiß Foto eines eleganten Mannes in einem Anzug in Pepita-Muster

Eleganter Mann, Grenoble um 1860, Carte de visite


© LVR-Industriemuseum


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Dame in einem Mantel in schwarz-weißem Pepita-Muster

Künstlerische Umsetzung der Pepita-Muster von Evelyn Sitter, 2011


Foto: Jonas Lindström


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Kaffeeservice "Pepita", Schramberger Majolika Fabrik, 1960er Jahre


© LVR-Industriemuseum


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Kaffeekanne in Pepita-Optik

Kaffeekanne "Pepita", Schramberger Majolika Fabrik, 1960er Jahre


© LVR-Industriemuseum


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Pressekontakt


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Tel.: 0208 8579-124

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Silke Krebbing

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