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Schwarz-weiß Aufnahme von gefalteten Zeitungen

Chapeau!

LVR-Industriemuseum Ratingen zeigt Ausstellung „Chapeau! 150 Jahre Hutgeschichte(n)“

12. Juni 2014

Ratingen. Hüte gehörten bis in die 1960er Jahre hinein selbstverständlich zur Garderobe. Geradezu unanständig wäre es für Männer und Frauen gewesen, ohne Kopfbedeckung auszugehen. Der Spruch „Ohne Hut keine Dame“ brachte es auf den Punkt. Der Hut musste wie andere Accessoires – Handschuhe, Schal, Schuhe, Tasche – auf Mantel, Kostüm oder Anzug abgestimmt werden. Wer es sich leisten konnte, besaß zu jedem Outfit einen passenden Hut. Darüber hinaus bestimmten Anlass und Tageszeit, welcher Hut getragen wurde.


Mit der Ausstellung „Chapeau! 150 Jahre Hutgeschichte(n)“ präsentiert das LVR-Industriemuseum in der Textilfabrik Cromford in Ratingen ab dem 15. Juni 2014 die Kulturgeschichte dieses wandlungsfähigen Kleidungsstücks über die Zeit von 1850 bis in die Gegenwart.


Schuten, Pleureusen und Topfhüte

Zu sehen sind über 200 Hüte und andere Kopfbedeckungen, die den modischen Wandel widerspiegeln. Der Frauenhut hat sich erst mit der Auflösung der ständischen Kleiderordnung Ende des 18. Jahrhunderts durchgesetzt. Seither haben Modistinnen mal üppig verzierte „Wagenräder“, mal schlichte „Topfhüte“ kreiert. An den modischen Ausformungen des Hutes und der Art, wie er getragen wurde, lässt sich darüber hinaus das Frauenbild der jeweiligen Epoche ablesen – oftmals sogar deutlicher als an anderen Kleidungsstücken.


Federn, Blüten und Bänder

Während in einigen Epochen vor allem Form, Material und Farbe die Hutmode bestimmen, dominiert zu anderen Zeiten der Aufputz und macht den besonderen Reiz eines Hutes aus. Eine üppige Federpracht, schillernde Seidenblumen, ein Seerosenteich oder ein ganzer Gemüsegarten geben dem Hut das „gewisse Extra“. Die Ausstellung zeigt die breite Vielfalt der Materialien aus den Werkstätten der Modistinnen: Bänder, Federn, Schleier, Früchte, Blüten, Hutnadeln und -broschen und vieles mehr.


Hüte und ihre Bedeutung

Hüte sind mehr als nur modisches Beiwerk. An ihnen lassen sich soziale Unterschiede ablesen, manchmal aber auch die politische Gesinnung seines Trägers: so zum Beispiel am Zylinder, dem sogenannten steifen Hut. Begonnen hat er seine Karriere als „Revoluzzer“, bevor er zum typischen Hut des Bürgers im 19. Jahrhundert wurde. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts verlor er dann immer mehr an Bedeutung und büßte schließlich auch seine Funktion als Hochzeits- oder Beerdigungshut ein. Die Haube war noch bis weit ins 19. Jahrhundert eingebunden in die Regeln von Anstand und Sitte und Kennzeichen der verheirateten Frau. Auch das Hutlüpfen der Männer zum Grüßen spiegelt gesellschaftliche Konventionen.


„Chapeau!“ als Partizipationsprojekt

Welche Bedeutung haben Kopfbedeckungen heute für Jugendliche? Schüler und Schülerinnen der Martin-Luther-King-Gesamtschule Ratingen haben an verschiedenen Ausstellungseinheiten mitgearbeitet und präsentieren aktuelle Trends der Jugendkultur, wie z.B. Baseballkappe, Beanie und Boshi, und erzählen ihre Geschichten dazu.


Hut auf!

Welcher Hut steht Ihnen? Der Bogart-Hut oder der Trilby, die Pillbox oder die rosa Pilotmütze? In einer Mitmachstation haben die Besucher und Besucherinnen die Möglichkeit, vor dem Spiegel Hüte auszuprobieren und zu beobachten, wie sich Eigen- und Fremdwahrnehmung durch das Huttragen verändern.


Die Kunst der Hutmacher in Film und Foto

Als weiteres Highlight zeigt die Ausstellung einen bewegenden Film über einen Hutmacher der alten Schule, der noch alle Arbeitsschritte der Hutherstellung in bedächtiger Handarbeit durchführt. Darüber hinaus wird der Niedergang der Hutindustrie durch die Bildreihe des Fotografen Lorenz Kienzle thematisiert, der im Herbst 1999 in der ehemaligen Hutmacher-Hochburg Guben die letzten Tage einer Hutfabrik dokumentiert hat. Kienzle fotografierte dort mit einer Plattenkamera, ausschließlich mit Naturlicht und langen Belichtungszeiten von 1/15 bis zu einer Sekunde. Die Ausstellung zeigt diese ruhigen und melancholischen Schwarz-Weiß-Fotos, die eine Welt im Bild festhalten, die es heute nicht mehr gibt.


Eintritt: 4,50 €, erm. 3,50 €, Kombiticket mit Dauerausstellung 7,50 €, Gruppenführung 45 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

Katalog zur Ausstellung: 5 €

Laufzeit der Ausstellung: 15. Juni 2014 bis 19. April 2015

Öffnungszeiten: Di – Fr 10–17 Uhr, Sa & So 11–18 Uhr


LVR-Industriemuseum
Textilfabrik Cromford

Cromforder Allee 24
40878 Ratingen

Pressefotos

Die Pressebilder dürfen nur zu Pressezwecken im Rahmen der aktuellen Berichterstattung über die Ausstellung „Chapeau! 150 Jahre Hutgeschichte(n)" im LVR-Industriemuseum genutzt werden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht erlaubt.

Üppig mit Federn verzierte Hüte sowie Bänder zum Verzieren

Nicht nur Form, Material und Farbe, oft machte der Aufputz den besonderen Reiz aus, zum Beispiel mit exotischen Federn und Bändern.

Foto: Jürgen Hoffmann

(c) LVR-Industriemuseum


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Verschiedene schwarze Zylinder, einer an einer Puppe

Der Zylinder hat seine Karriere als "Revoluzzer" begonnen, bevor er zur alltäglichen Kopfbedeckung des Bürgers und dann zu einem Hut für besondere Anlässe wie zum Beispiel Hochzeit oder Beerdigung wurde.

Foto: Jürgen Hoffmann

(c) LVR-Industriemuseum


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Zwei schwarze Hüte auf Puppen

Damenhüte der 1920er Jahre

Foto: Jürgen Hoffmann

(c) LVR-Industriemuseum


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Blick auf verschiedene Damenhüte

Schwarzer, gelackter Damenhut, aufgeputzt mit einem Satinband mit großer Schleife, 1930er Jahre

Foto: Jürgen Hoffmann

(c) LVR-Industriemuseum


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Historische Schwarz-weiß-Zeichnung von fünf Frauen in einer Hut-Werkstatt

Blick in die Werkstatt einer Modistin, 1920er Jahre

(c) LVR-Industriemuseum


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Violette Hutspange, verziert mit einer goldenen Perle

Die extravagante violette Hutspange, verziert mit einer Perle, wirkt mit ihrer fast spinnenartigen Form eher wie ein Kopfputz als wie einer schützende Kopfbedeckung.

Foto: Jürgen Hoffmann

(c) LVR-Industriemuseum


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Pressekontakt


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Tel.: 0208 8579-124

Fax: 0208 8579-122

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Silke Krebbing

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