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Historische Panorama-Aufnahme des Krupp-Werks in schwarz-weiß

Neuer Glanz unter alten Dächern

Saniertes Herrenhaus Cromford des LVR-Industriemuseums zeigt Leben der Fabrikantenfamilie Brügelmann

8. Mai 2010

Ab 8. Mai 2010 öffnet das Herrenhaus Cromford nach knapp einjähriger aufwendiger Sanierung wieder seine Pforten. 220 Jahre nachdem der Textilunternehmer Johann Gottfried Brügelmann seinen Prachtbau in Ratingen neben der ersten Fabrik auf dem Kontinent bezog, wird dieser der Öffentlichkeit in neuem Gewand zugänglich sein. Das LVR-Industriemuseum präsentiert hier die Lebenswelten einer der einflussreichsten Unternehmerdynastien im Rheinland.


Cromford damals und heute

Das feudale barocke Gebäude war die Schaltzentrale eines der bedeutendsten Unternehmen des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts und gleichzeitig bürgerliches Wohnhaus einer der führenden Fabrikantenfamilien ihrer Zeit. Von hier aus leitete Brügelmann die erste mechanische Spinnerei außerhalb Englands und viele Zweigunternehmen, tätigte seine Geld- und Warengeschäfte mit der ganzen Welt. Die Textilfabrik Cromford war die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent. Die Dauerausstellung zeigt nun neben der Verarbeitung von Baumwolle in der ehemaligen Fabrik auch Ausschnitte aus dem Leben der Unternehmerfamilie aus drei Generationen zwischen 1782 und 1846. Sie erzählt vom wirtschaftlichen Handeln in politisch unsicheren Zeiten wie auch von ganz privaten Dingen – den Lieblingsspeisen, der Jagd, Heiratsabsichten, dem Umgang mit den Dienstboten oder den Vorbereitungen für ein Fest.


Innovatives Ausstellungskonzept

In 14 Räumen mit mehr als 320 Quadratmetern und über 250 Exponaten werden die Familienmitglieder wieder lebendig. Ein besonderes Ausstellungskonzept ermöglicht den Besucherinnen und Besuchern bei ihrem Rundgang, spannende Episoden aus dem Leben der einzelnen Familienmitglieder zu hören. Jedem Raum wird eine wichtige Persönlichkeit zugewiesen, deren Geschichte via Audioguide in Form einer kurzen Hörspielsequenz erzählt wird. Die Episoden sind mit zehn Schauspielern und Sprechern inszeniert. Johann Gottfried Brügelmann wird so wieder an seinem Schreibtisch sitzen und auch seine Ehefrau Anna Christina, sein Sohn Jakob Wilhelm, die Schwiegertochter Sophie und der Enkel Moritz werden ihren Platz im Haus finden.


Die Brügelmanns als Zeugen einer Zeit

Die einzelnen Biografien stehen außerdem für den Wandel von Rollenbildern sowie des Bürgertums in verschiedenen historischen Epochen. Ebenfalls zu sehen ist, auf welche Weise die Brügelmanns über drei Generationen die schnellen politischen Umbrüche ihrer Zeit bewältigten: die französische Revolution, die Auflösung des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, Aufstieg und Fall Napoleons, die Neuverteilung der Macht in Folge des Wiener Kongresses und der Ausblick in die beginnende Gründerzeit.


Kleidung, Kaufverträge und Kuriositäten

Mehr als ein Dutzend Räume wurden auf der Basis neuer Untersuchungen museal eingerichtet. Sie erhalten eine Möblierung, die auf die ursprüngliche Funktion der Räume verweist und einen Eindruck von der Zeit zwischen 1800 und 1850 vermittelt. Zahlreiche Exponate aus der Sammlung des LVR-Industriemuseums sind erstmals zu sehen – darunter auch Alltagsgegenstände, Kleidung sowie kleine und große Kuriositäten. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht jedoch das Haus selbst. Es ist das bedeutendste Exponat und wird als komplettes Denkmal einbezogen.


Die Sanierung

Seit April 2009 haben Maurer, Zimmerleute, Maler, In­stallateure, Elektriker, Spezialisten für Brand- und Sicherheitstechnik und viele an­dere Gewerke das Herrenhaus Cromford des LVR-Industriemuseums saniert. Dabei musste den Anforderungen der Denkmalpflege Rechnung getragen werden. Durch einen Lift ist das Haus nun auch behindertenfreundlich. Außerdem gibt es neue Räume für die Museumspädagogik, für Seminare und kleine private Feiern.


Einen ganz besonderen Einblick in die neue Dauerausstellung kann man am Internationalen Museumstag am 16. Mai sowie in der Museumsnacht „neanderland“ am 28. Mai gewinnen. Führungen durch die Ausstellung können gebucht werden bei der kulturinfo rheinland unter 02234 – 9921 555. Zur Ausstellung ist eine Begleitpublikation erhältlich.


Eintritt: 4 Euro, erm. 3 Euro


LVR-Industriemuseum, Schauplatz Ratingen

Cromforder Allee 24, 40878 Ratingen


Öffnungszeiten: Di-Fr 10-17 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr

Pressefotos

Die folgenden Bilder dürfen nur zu redaktionellen Zwecken im Rahmen der Berichterstattung über das LVR-Industriemuseum genutzt werden und müssen den Copyright-Hinweis „© LVR-Industriemuseum“ tragen. Der Abdruck ist honorarfrei. Wir bitten jedoch um ein Belegexemplar. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht erlaubt.

Biedermeierzimmer, um 1845 (Leihgabe: Mindener Museum)

Biedermeierzimmer, um 1845 (Leihgabe: Mindener Museum)

(c) LVR-Industriemuseum

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Szene aus Schreibkontor um 1800

Szene aus Schreibkontor um 1800

(c) LVR-Industriemuseum

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Wäschekammer

Wäschekammer

(c) LVR-Industriemuseum

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Pressekontakt


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Tel.: 0208 8579-124

Fax: 0208 8579-122

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