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Bild von einem Stapel Zeitungen

St. Antony-Hütte

Ein Hüttenwerk wird lebendig

Oberhausen. Auf der St. Antony-Hütte entdecken die Besucherinnen und Besucher die 250 Jahre alte Geschichte der Ruhrindustrie. Im LVR-Industriearchäologischen Park wird die einst pulsierende Eisenhütte in modernen 3-D-Animationen und Schautafeln wieder zum Leben erweckt.


Wiege der Ruhrindustrie

Die St. Antony-Hütte in Oberhausen-Osterfeld ist die Geburtsstätte der Ruhrindustrie und Keimzelle des Weltkonzerns Gutehoffnungshütte: 1758 floss hier erstmals im Ruhrgebiet Roheisen. Heute erzählt sie mit einer Dauerausstellung vom spannenden Beginn der Eisen- und Stahlindustrie, von bedeutenden Innovationen und vom harten Leben der Menschen, die dort arbeiteten. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Entwicklung der St. Antony-Hütte als ein faszinierender Wirtschaftskrimi mit schillernden Persönlichkeiten bis hin zu allerlei Schlitzohren und Ganoven. Aber vor allem machten Geschäftssinn, Unternehmergeist und Ingenieurkunst den Stoff aus, aus dem sich die Wiege der Ruhrindustrie entwickelte. Auf der Hütte lebten und arbeiteten Protagonisten, ohne die das Ruhrgebiet nicht das geworden wäre, was es heute ist: Jacobi, Haniel, Krupp, von der Wenge – sie alle sind bedeutende Persönlichkeiten der Schwerindustrie.


Gestern und heute

Die Anfänge der St. Antony-Hütte gehen auf das Jahr 1740 zurück. 13 Jahre später erhielt ihr Gründer Franz von der Wenge vom Kölner Erzbischof die Genehmigung, am Elpenbach in Osterfeld eine Eisenhütte zu errichten, um die örtlichen Erzvorkommen zu verhütten. Am 18. Oktober 1758 wird dann ein bedeutendes Kapitel der Geschichte des späteren Ruhrgebiets aufgeschlagen: Rot glühend fließt kochend heißes Eisen aus dem ersten Hochofen im Ruhrgebiet. „Nun iß endlich die hütte in ihre arbeyt, der liebe Gott gebe mir seynen seegen dazu", verkündet der Aufseher freudig seinem Chef. Die St. Antony-Hütte ist in Betrieb gegangen. Mit einer Unterbrechung von wenigen Jahren läuft der Hüttenbetrieb auf St. Antony bis 1843. Dann wird der Hochofen endgültig ausgeblasen. Als Eisengießerei blieb die Hütte aber noch bis 1877 in Betrieb, dann wurde sie stillgelegt.

Ein großer Teil der Gebäude wurde unmittelbar nach der Stilllegung abgerissen. Ein Werkstattgebäude, die Schmiede und die Lehmformerei wurden in Wohnungen umgewandelt. Das Wohnhaus des Hüttendirektors mit seinen beiden Anbauten blieb ebenfalls erhalten. Die St. Antony-Hütte wurde zum Wohnort von Arbeitern, Angestellten und Direktoren des Oberhausener Konzerns Gutehoffnungshütte.

Heute beherbergt das ehemalige Direktorenhaus die Dauerausstellung, in der die Besucherinnen und Besucher auch Funde aus der Ausgrabung finden.


LVR-Industriearchäologischer Park

Im ersten industriearchäologischen Park Deutschlands können die Besucherinnen und Besucher auf der Ausgrabungsstätte der St. Antony Hütte einmalige Relikte aus der Frühzeit der Eisenhütte entdecken. Vier Jahre lang wurden Mauerreste, Fundamente und Teile der Produktionsanlagen der St. Antony-Hütte vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) ausgegraben. Auf dem Grabungsgelände werden die Gäste durch die Ursprünge der Eisen- und Stahlindustrie geführt. Eine Audioführung erklärt, wann hier welche Gebäude standen und wie aus der einst kleinen Eisenhütte mit nur wenigen Bauten ein Industriebetrieb wurde, in dem rund hundert Menschen arbeiteten. In 3-D-Animationen und Schautafeln wird die einst pulsierende St. Antony-Hütte zu neuem Leben erweckt. Ein Hochofen, ein Kupolofen und eine Gießerei werden virtuell rekonstruiert und veranschaulichen, wie hier einst Produkte wie Pfannen und Töpfe, Munition und Maschinenteile entstanden.

Das 1.000 Quadratmeter große Stahldach, das die Ausgrabungen überspannt, wurde vom Stahl-Informations-Zentrum in Düsseldorf mit dem „Stahlinnovationspreis 2012“ ausgezeichnet. Entworfen wurde die selbsttragende Dachschale vom Architektenbüro Ahlbrecht, Felix, Scheidt, Kasprusch aus Essen.


Unterhaltsame und erlebnisreiche Programmvielfalt

Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm und abwechslungsreiche Führungen laden die Gäste in die St. Antony-Hütte ein. Bei einer Kostümführung kehrt der einstige Hüttendirektor Gottlob Jacobi zurück und erzählt spannende Geschichten rund um das erste Hüttenwerk des Ruhrgebiets. Für Kindergärten und Schulklassen gibt es ein umfangreiches museumspädagogisches Programm. Für den spontanen Besuch werden im Museum Audioguides in verschiedenen Sprachen angeboten.

Ein Ausflug zur St. Antony-Hütte wird auch für Kinder durch den Abenteuerspielplatz neben dem Museum zum Erlebnis. Im Mittelpunkt steht ein zehn Meter hoher Turm, der einem Hochofen nachempfunden ist – mit Rutsche, Kletterwänden, Hangelleitern, Schrägaufstieg und Rohrtelefonen.

Jedes Jahr im Oktober gibt es beim großen St. Antony-Fest ein buntes Programm für Groß und Klein mit vielen spannenden Aktionen.


Museum Eisenheim

Nicht weit entfernt von der St. Antony-Hütte liegt mit der Siedlung Eisenheim die älteste der zahlreichen Arbeiter- und Zechenkolonien an der Ruhr. Hier fanden die Arbeiter, die in den goldenen Zeiten der Ruhrindustrie in Scharen ins Revier strömten, ein Zuhause. Gebaut wurde Eisenheim 1846 von der Hüttengewerkschaft Jacobi, Haniel und Huyssen. Ende der 1950er Jahre mehrten sich die Bestrebungen, viele der alten Arbeiterkolonien abzureißen, um die vermeintlich veralteten Siedlungen durch modernere Wohneinheiten zu ersetzen. Aber als in Eisenheim in den 1970ern die Bagger anrückten, wehrten sich die Bewohnerinnen und Bewohner in einer bundesweit beachteten Aktion gegen den Abriss. Nach langem Kampf konnten die verbleibenden 38 Häuser bewahrt und 1972 unter Denkmalschutz gestellt werden.

Heute erzählt das Museum Eisenheim von der Geschichte der Siedlung, dem Kampf gegen den Abriss und von Alltag und Leben in der ‚Kolonie’. Außerdem gibt es interessante Spaziergänge durch die Siedlung, die den Gästen die Geschichte und den Alltag in der Arbeitersiedlung näher bringen.


Weitere Plätze der Industriegeschichte des LVR-Industriemuseums in Oberhausen

Neben der St. Antony-Hütte und dem Museum Eisenheim gehören weitere herausragende Industriedenkmäler in Oberhausen zum LVR-Industriemuseum: Die Dauerausstellung „Schwerindustrie“ in der ehemaligen Zinkfabrik Altenberg lässt die wechselvolle Geschichte der Eisen- und Stahlindustrie an Rhein und Ruhr wieder lebendig werden. Der Peter-Behrens-Bau, ein markantes Industriegebäude des berühmten Architekten, war früher das Hauptlagerhaus der Gutehoffnungshütte und beherbergt heute als Zentraldepot des LVR-Industriemuseums weit über 100.000 Sammlungsstücke. Der stillgelegte Bahnsteig an Gleis 4 und 5 des Oberhausener Hauptbahnhofs ist heute Museumsbahnsteig und inszeniert diesen Ort als früheren Umschlagplatz der Schwerindustrie.


Sieben Schauplätze, ein Museum

Die St. Antony-Hütte ist in Verbindung mit dem Museum Eisenheim einer von insgesamt sieben Schauplätzen des LVR-Industriemuseums, die im Verbund ein einzigartiges Museum bilden. In zum Teil denkmalgeschützten Fabriken wird am authentischen Ort spannend und anschaulich die Geschichte der Industrie im Rheinland und der dort beschäftigten Menschen erzählt. Dabei stehen die zentralen Branchen Metall, Textil, Papier und Elektrizität im Mittelpunkt. Neben der St. Antony-Hütte warten auch die anderen Schauplätze darauf, entdeckt zu werden: die Papiermühle Alte Dombach in Bergisch Gladbach, die Gesenkschmiede Hendrichs in Solingen, das Kraftwerk Ermen & Engels in Engelskirchen, die Tuchfabrik Müller in Euskirchen, die Textilfabrik Cromford in Ratingen und die Zinkfabrik Altenberg in Oberhausen. In Oberhausen befindet sich außerdem die Museumszentrale mit Direktion, Verwaltung, Depots, Bibliothek, Fotoarchiv und Werkstätten. Gründer und Träger des LVR-Industriemuseums ist der Landschaftsverband Rheinland (LVR).


Alles Wichtige auf einen Blick:


Anschriften:

LVR-Industriemuseum

St. Antony-Hütte

Antoniestraße 32-34

46119 Oberhausen


LVR-Industriemuseum

Museum Eisenheim

Berliner Straße 10a

46117 Oberhausen


Öffnungszeiten der St. Antony-Hütte

Dienstag-Freitag 10-17 Uhr

Samstag und Sonntag 11-18 Uhr

Montag geschlossen


Öffnungszeiten des Museums Eisenheim

Das Museum Eisenheim ist von Ostersonntag bis zum 31. Oktober an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.


Eintrittspreise St. Antony-Hütte & Industriearchäologischer Park

Regulärer Eintritt: 5 €, ermäßigt 4 €

Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre): Eintritt frei


Eintrittspreise Museum Eisenheim

Regulärer Eintritt: 2,50 €

Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre): Eintritt frei


Für Buchungen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

kulturinfo rheinland

Tel.: 02234 9921-555 (Mo-Fr 8-18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen 10-15 Uhr)

Fax: 02234 9921-300

E-Mail: info@kulturinfo-rheinland.de

Pressefotos

Die folgenden Bilder dürfen nur zu redaktionellen Zwecken im Rahmen der Berichterstattung über das LVR-Industriemuseum genutzt werden und müssen den Copyright-Hinweis „© LVR-Industriemuseum“ tragen. Der Abdruck ist honorarfrei. Wir bitten jedoch um ein Belegexemplar. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht erlaubt.

St. Antony-Hütte

Sommerliche Außenansicht des ehemaligen Direktorenhauses der St. Antony-Hütte

Außenansicht des ehemaligen Direktorenhauses der St. Antony-Hütte, das heute die Dauerausstellung über die "Wiege der Ruhrindustrie" beherbergt.

© LVR-Industriemuseum

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Blick in die Dauerausstellung über die

Eine außergewöhnliche Ausstellungskonzeption erzählt über die Anfänge der Eisen- und Stahlindustrie, bedeutende Innovationen und über den harten Alltag der Menschen.

© LVR-Industriemuseum

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Blick auf den Hüttenteich, im Hintergrund das historische Fachwerkhaus der St. Antony-Hütte

Der Park um die St. Antony-Hütte und der Hüttenteich sind heute öffentlich zugänglich und ergänzen das Ensemble aus Museum, Industriearchäologischem Park und Erlebnis-Spielplatz.

© LVR-Industriemuseum

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Museum Eisenheim

Blick in die Siedlung Eisenheim, die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet

Blick in die Siedlung Eisenheim, die älteste Arbeitersiedlung im Ruhrgebiet

© LVR-Industriemuseum

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Blick in die Ausstellung des Museums Eisenheim: Historische Schränke, andere Möbel und ein Fahrrad

Arbeiterwohnen im Ruhrgebiet: Historische Möbel und Gebrauchsgegenstände vermitteln Besucherinnen und Besuchern das einstige Alltagsleben in der Siedlung.

© LVR-Industriemuseum

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Außenansicht des Eingangs des Volks-Museum des LVR-Industriemuseums

Das Volks-Museum des LVR-Industriemuseums ist der erste Anlaufpunkt für Besucherinnen und Besucher der Siedlung.

© LVR-Industriemuseum

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Pressekontakt


Anette Gantenberg

Tel.: 0208 8579-124

Fax: 0208 8579-122

Hansastraße 18

46049 Oberhausen


Silke Krebbing

Tel.: 0208 8579-155

Fax: 0208 8579-122

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