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Historische Panorama-Aufnahme des Krupp-Werks in schwarz-weiß

Vision 2020

für das LVR-Industriemuseum

Gut 25 Jahre nach seiner Gründung hat sich das LVR-Industriemuseum im Jahr 2012 auf den Weg der Erneuerung gemacht. Der Eckpunktebeschluss "Vision 2020" formuliert Leitlinien einer umfassenden Qualifizierung und Modernisierung der sieben Schauplätze im Rheinland - etwa, indem Standorte für größere Sonderausstellungen flexibler gemacht, Dauerausstellungen aktualisiert und neue Themen erschlossen werden. Die Zukunftsvision setzt auf Synergien in der Zusammenarbeit der sieben Standorte und ein schrittweises Vorgehen über ein knappes Jahrzehnt.


Erfahren Sie im Folgenden mehr über die "Vision 2020" und die bisherigen Maßnahmen.


Rückblick und Anlass

Meilensteine und Maßnahmen

Rückblick und Anlass


Das LVR-Industriemuseum, der einstige Pionier der Industriekultur, ist heute nur mehr einer unter vielen, die das Feld der Industriekultur bestellen. 1984 als Rheinisches Industriemuseum gestartet, begründete es seinerzeit – wegweisend über das Rheinland hinaus – einen neuen Museumstyp. Das Museum stand nicht nur am Anfang einer bis heute andauernden Demokratisierung und Öffnung der Museen in die Arbeits-und Alltagswelt, sondern auch einer Bewegung für die „Industriekultur“, die für Nordrhein-Westfalen mittlerweile zum prägenden Alleinstellungsmerkmal wurde.


Das Museum besitzt heute eine der führenden alltags- und industriegeschichtlichen Sammlungen Deutschlands mit über 125.000 Objekten. Es ist bis zuletzt stetig gewachsen, noch 2010 mit dem erweiterten Herrenhaus in Ratingen und dem industriearchäologischen Park in Oberhausen. Es betreibt in sechs Städten des Rheinlands sieben Schauplätze mit über 50.000 qm Nutzfläche und 80.000 qm Freifläche und erreicht jährlich etwa 180.000 Besucherinnen und Besucher. Damit gehört es, wenngleich kleinteilig strukturiert, zu den großen Museen in Deutschland. In seinem Verbund ist es vor allem den mittelgroßen Standorten in eher kleineren Kommunen gelungen, sich eine gute Position als „erstes Haus am Platz“ zu erarbeiten – etwa in Bergisch Gladbach als „das“ Familienmuseum oder in Ratingen mit seinen beliebten Ausstellungen zur Kleidungsgeschichte. Der hohe Anteil Besucher, die nicht aus der Standortkommune (bzw. dem Landkreis) kommen – es sind über zwei Drittel –, zeigt, dass die Museen vom regionalen Verbund profitieren. Insgesamt hat sich das Konzept des „lebendigen Museums“ an dezentral verteilten Originalschauplätzen, mit Vorführproduktionen und einer intensiven personalen Vermittlungsarbeit bewährt.


Gleichwohl steht das LVR-Industriemuseum vor großen Herausforderungen. Die Beschleunigung der gesellschaftlichen Entwicklung hat die Industriemuseen erreicht: mit originalen Fabrikeinrichtungen allein ist es nicht mehr getan, für das Publikum ist dies eine fremde, zu erklärende Welt, die es aus eigener Anschauung nicht mehr kennt. Viele Ersteinrichtungen sind mehr als 15 Jahre alt und wirken bereits heute – umso mehr wird das im Jahre 2020 sein – veraltet: angefangen von Servicebereichen, die nicht mehr heutigen Standards entsprechen, über die Ausstellungstechnik bis hin zu den Inhalten. Über industriellen Strukturwandel muss man heute anders sprechen als vor 20 Jahren, und mit den Bildschirmmedien der 1990er-Jahre kann man junge Menschen nicht mehr locken. An einigen Orten stehen in jedem Fall größere Investitionen in Brandschutz und Sicherheit an: Daher macht es Sinn, die verschiedenen Erneuerungsbedarfe jetzt zusammenzuführen und in Angriff zu nehmen.


Zum anderen ist dem Museum starke, neue Konkurrenz erwachsen. Durch die IBA Emscher Park, die „Regionalen“ und die Kulturhauptstadt hat sich im Rheinland eine einmalig dichte industriekulturelle Landschaft entwickelt. Diese Konkurrenz hat nicht nur den Reiz des Neueren, neben ihr hat es das Industriemuseum mit seiner kleinteiligen Verbundstruktur schwer sich zu behaupten – etwa neben einem Ruhr Museum auf dem Weltkulturerbe Zollverein. Das gilt vor allem für das Ruhrgebiet: Hier wird sich der Oberhausener Standort Altenberg – einst singulär mit seiner Dauerausstellung zur Schwerindustrie, heute einer unter vielen, die dieses Thema aktueller und teils authentischer darstellen können – neu positionieren müssen.


All dies ist vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung zu sehen, die die Lage dramatisch verändert. Sie lässt die schiere Größe der Liegenschaften für das Museum zur Last werden. Seit Jahren sind die Ressourcen nicht mehr mit den Flächen und Aufgaben mitgewachsen; seit 2010 schrumpfen sie. So bleibt für die eigentliche Museumsarbeit, für Sonderausstellungen, Programme und Veranstaltungen, nur mehr rund 6% der konsumtiven Sachmittel übrig – auf Dauer zu wenig, um den Besucherinnen und Besuchern ein konkurrenzfähiges Museum bieten zu können. Die bisherige Strategie des Wachstums, durch stetige Erweiterungen immer wieder Neues zu bieten, geht so nicht mehr auf.


Daher hat die neue Museumsleitung – nach dem Abschluss der Projekte für die Kulturhauptstadt – eine breit im Hause verankerte Aufgabenkritik und Zieldiskussion initiiert, in die alle Abteilungen einbezogen wurden. Im Juli 2011 fand eine Zukunftsklausur mit allen wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern statt, im November eine Leitungsklausur mit Führungskräften. Der erste Schritt war eine Analyse der Schwächen, Stärken und Potentiale aller Arbeitsfelder und Organisationseinheiten, auch mit detaillierten Kostenanalysen der Standorte. Aus ihr heraus entwickelte sich die nunmehr vorliegende „Vision 2020“. Sie formuliert ein neues Leitbild für das Museum, Entwicklungsziele für jeden Standort bis zum Jahr 2020 und sie skizziert die dafür erforderlichen Maßnahmen.


Die Vision 2020 sieht über notwendige Sanierungen und Aktualisierungen hinaus Investitionen in die Substanz des Museums vor. Sie sollen den Betrieb des Museums effizienter und flexibler machen, dem Museum aber auch Entfaltungsperspektiven bieten und damit seine Konkurrenzfähigkeit als Flaggschiff der LVR-Kultur langfristig sichern. Sie tut dies in der Überzeugung, dass die spezifische kulturelle Mission des Museums aktueller ist denn je. Die Vision 2020 nimmt dabei das LVR-Netzwerk industriekulturelles Erbe mit in den Blick. Sie stellt das Museum so auf, dass es zum Nukleus einer umfassenderen Konsolidierung dieses industriekulturellen Netzwerkes werden kann. Damit sichert es dem LVR als noch immer wichtigstem Finanzier der Industriekultur im Rheinland seine führende und gestaltende Rolle auf einem wichtigen Feld der Kulturpolitik in NRW.


Leitbild des LVR-Industriemuseums

Meilensteine und Maßnahmen

Grundsatzbeschluss über die "Vision 2020"

Mai 2012: Grundsatzbeschluss des Kulturausschusses des Landschaftsverbandes Rheinland über ein Entwicklungsprogramm für das LVR-Industriemuseum auf Grundlage einer Standort- und Aufgabenanalyse

Download der Kulturausschuss-Vorlage (PDF, 2,55 MB)

Blick in die Ausstellung

Umbau in Engelskirchen

April 2013: Mit der Ausstellung „Fashion-lights!" eröffnet das LVR-Industriemuseum Engelskirchen nach vier Monaten Umbaupause wieder. Teile der bisherigen Dauerausstellung wurden zurückgebaut, um mehr Platz für größere Sonderausstellungen zu schaffen. Im Zuge der Neugestaltung der Ausstellungsfläche wird auch der Denkmalpfad im Wasserkraftwerk der Baumwollspinnerei Ermen & Engels für die Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Ab April 2015 kann man außerdem auf ermenundengels.de den Denkmalpfad rund um das Kraftwerk Ermen & Engels virtuell erleben. Schatzkisten auf dem Museumsgelände führen zu vertiefenden Informationen über die wechselhafte Geschichte der Fabrik, über Friedrich Engels oder das Leben und Arbeiten entlang der Agger, die jeder per Smartphone an Ort und Stelle oder aber zu Hause am Computer abrufen kann.

Presseinformation zur Ausstellungseröffnung "Fashion-lights!"

Presseinformation zum digitalen Denkmalpfad

Vergrößerte Sonderausstellungsfläche in Euskirchen

November 2013: Mit „Glanz und Grauen - Mode im 'Dritten Reich'" wird im LVR-Industriemuseum Tuchfabrik Müller die erste Ausstellung auf vergrößerter Sonderausstellungsfläche präsentiert. Teile der bisherigen Dauerausstellung wurden zurückgebaut, um mehr Platz für größere Sonderausstellungen zu schaffen.

Viele Kinder spielen auf einem Spielplatz

Themenspielplatz "Kleine Dombach" in Bergisch Gladbach

Juni 2014: Der Themenspielplatz "Kleine Dombach" am LVR-Industriemuseum Papiermühle Alte Dombach wird eröffnet. Mit den Spielgeräten greift er die typischen Merkmale der hiesigen Papiermühlen auf. Im September 2015 wird auch der zweite Bauabschnitt fertiggestellt, der den Spielplatz um weitere innovative Spielgeräte ergänzt. Die Kosten für den Spielplatz tragen der "Verein der Freunde und Förderer des LVR-Industriemuseums Schauplatz Bergisch Gladbach – Papiermühle Alte Dombach e.V. – " und der Landschaftsverband Rheinland gemeinsam.

Umbauplanungen in der Zinkfabrik Altenberg

April 2015: Fortschreibung des Grundsatzbeschlusses und Freigabe der Umbauplanungen im LVR-Industriemuseum Zinkfabrik Altenberg durch den Kulturausschuss des Landschaftsverbandes Rheinland.

Download der Kulturausschuss-Vorlage mit Plänen (PDF, 4,63 MB)

Dr. Christine Vogt, Dr. Burkhard Zeppenfeld, Anja Hoffmann, Apostolos Tsalastras, Jutta Kruft-Lohrengel, Milena Karabaic, Prof. Dr. Manfred Rasch, Dr. Walter Hauser (von links nach rechts)

Workshop "Das LVR-Industriemuseum erfindet sich neu"

Oktober 2015: Im Rahmen eines offenen Workshops tauschen sich rund 50 Fachleute aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft und interessierte Bürgerinnen und Bürger über eine mögliche Neuorientierung des LVR-Industriemuseums Zinkfabrik Altenberg aus. Impulsgeber sind Dr. Christine Vogt, Leiterin der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen, Prof. Dr. Manfred Rasch, Leiter des ThyssenKrupp-Archivs, Jutta Kruft-Lohrengel, Präsidentin der IHK zu Essen, Apostolos Tsalastras, 1. Beigeordneter und Kulturdezernent der Stadt Oberhausen und Anja Hoffmann, Vorsitzende des Bundesverbandes Museumspädagogik e.V.

Presseinformation zum Workshop

Download der Workshop-Dokumentation (PDF, 4,65 MB)

Blick in die Sonbderausstellung

Vergrößerte Sonderausstellungsfläche in Ratingen

Oktober 2015: Nachdem im Frühjahr 2015 ein Teil der Dauerausstellung in der Hohen Fabrik abgebaut, kleinere Kammern zurückgebaut und das 2. Obergeschoss renoviert worden sind, konnte die Fläche für Sonderausstellungen im LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford deutlich vergrößert werden. Als erste profitierte die Sonderausstellung „Die Macht der Mode“ davon und kann jetzt über drei Etagen gezeigt werden. In Zukunft soll das 2. Obergeschoss als multifunktionaler Raum genutzt werden.

Öffnungszeiten

Dienstag - Freitag:
10 – 17 Uhr

Samstag und Sonntag:
11 – 18 Uhr

Montag geschlossen


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ANSCHRIFT

LVR-Industriemuseum
Zentrale
Hansastraße 18
46049 Oberhausen

 

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