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Historische Panorama-Aufnahme des Krupp-Werks in schwarz-weiß

Vom Autoreifen zur Sandale

Kreativität als Reichtum

Sandalen aus alten Autoreifen

Damit aus Plastiktüten ein Fußball oder aus einer Glühbirne eine Petroleumlampe wird, ist viel Kreativität gefragt. Die Sonderausstellung „Vom Autoreifen zur Sandale. Kreativität als Reichtum" zeigte, wie Menschen in der sogenannten Dritten Welt diese nutzen, um Dinge aus dem Abfall der Wohlhabenden zu erschaffen und was unsere Konsumgesellschaft sich davon abschauen kann.

Deutsche Notzeiten

Auch in Deutschland kannte man solche Notzeiten. In den Nachkriegsjahren, als die Industrie kaum produzierte und Mangel an fast allem den Alltag bestimmte, stellte man aus Stahlhelmen Nachttöpfe, aus Granatkartuschen Henkelbecher für die Schulspeisung und aus Fallschirmseide Blusen und Kleider her. Auch viele dieser Objekte präsentierte die Sonderausstellung.

Ein aus Plastiktütenresten gefertigter Fußball

Von Blechdosentassen, Plastiktütenbällen und Kronkorkenkunst

Heute bewundern wir dieses Erfindungsreichtum in Ländern der Dritten Welt. Einfallsreich und oft aus Abfällen sind viele Erzeugnisse der Handwerker, Spielzeuge der Kinder und Anschauungsmittel der Lehrer. Viele davon sind ein fester Bestandteil der dortigen Alltagskultur. In der Ausstellung des LVR-Industriemuseums konnten Henkeltassen aus Blechdosen, Gießkannen aus Ölkanistern, Kunstwerke aus Kronkorken und Fußbälle aus Plastiktütenresten bestaunt werden.

Idee der Ausstellung

Die Kreativität und der Erfindungsreichtum in den gezeigten Objekten sorgte für Faszination, da es diese Fähigkeiten sind, die in unserer Konsumgesellschaft Kindern wie auch Erwachsenen abhanden gekommen sind. Die Ausstellung hat angeregt zur Erinnerung an die Vergangenheit, zur intensiveren Wahrnehmung und Wertschätzung der kreativen Fähigkeiten und Entwicklungspotenziale in der Dritten Welt und zugleich zur kritischen Reflexion eigener Lern- und Lebenswelten.

Kunstwerk aus Kronkorken

Herkunft der Exponate

„Vom Autoreifen zur Sandale" wurde vom Privatsammler Hans Schmidt geplant, der Lehrer in der Dritten Welt war und in vielen Ländern Seminare für schulisches Experimentieren mit einfachsten Mitteln geleitet hat. Er stellte dem LVR-Industriemuseum seine umfangreiche Sammlung und Fotos zur Verfügung. Ergänzt wurde die Ausstellung durch eine eigene Sammlung des Museums – den Bestand Siegbert Anton Hackspiel. Hackspiel war Werkzeugmacher und bis in die 1980er Jahre Ausbildungsleiter bei den Wuppertaler Stadtwerken. Aus Abfallprodukten hat er – ähnlich wie die Menschen in der Dritten Welt – Spielzeug, Werkzeug und andere Gerätschaften fabriziert.



Laufzeit der Ausstellung: 5. Februar bis 8. April 2012


LVR-Industriemuseum

Gesenkschmiede Hendrichs

Merscheider Str. 289-297

42699 Solingen

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Samstag und Sonntag:
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