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Historische Panorama-Aufnahme des Krupp-Werks in schwarz-weiß

Tongyuanju

Eine Arbeitersiedlung in Chongqing, China

Zweigeteiltes Bild: links ein altes Arbeiterhaus vor moderner Hochhauskulisse, rechts ein chinesicher Herr beim Essen

Chongqing liegt im Herzen Chinas am Jangtsekiang. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahrzehnte ist Chongqing wie viele chinesische Städte geradezu explodiert. Bauland ist ein rares Gut. Eine traditionelle Arbeitersiedlung wie Tongyuanju, am Rande der Mega-City, mit ihren schlichten Häusern und der lockeren Bebauung steht dabei nur im Weg.

Das Foto zeigt drei chinesische Frauen vor einem Kioskfenster

Fotoserie "Tongyuanju, Chongqing"

Der Düsseldorfer Fotograf Bernard Langerock hatte 2013 und 2015 die Gelegenheit, Tongyuanju zu besuchen. Dabei ist eine Fotoserie entstanden, die das Verschwinden dieses Ortes mit seinen architektonischen Besonderheiten und seinem sozialen Gefüge dokumentiert.

Bernard Langerocks Fotografien zeigen die Übergangsphase der Werkswohnungssiedlung Tongyuanju, in der bereits viele Einwohner das Gebiet verlassen haben. Zu diesem Zeitpunkt ist der Abriss der ehemaligen Fabrikgebäude in vollem Gange. Demgegenüber stellt Bernard Langerock die Situation der wenigen Bewohner, die noch in den verbliebenen Häusern ausharren, und hält ihr alltägliches Leben in seinen Bildern fest.

Blick in einen menschenleeren Wohnhof, umrandet von alten Backsteinhäusern

Über Länder- und Zeitgrenzen hinweg offenbarten sich in der Ausstellung Parallelen zur Oberhausener Arbeitersiedlung Eisenheim, die in den 1960er und 1970er Jahren ebenso neuesten Entwicklungen im Städtebau weichen sollte, schließlich aber erhalten werden konnte und zu einem Meilenstein der Denkmalpflege im Ruhrgebiet wurde.

Eine Kombination aus Bernard Langerocks Fotografien mit Äußerungen der ehemaligen Bewohner von Eisenheim zu ihrer eigenen Siedlung hat die Ähnlichkeit der Siedlungen und der Lebensformen – trotz aller kulturspezifischen Unterschiede - hervorgehoben.

Die Abbildung zeigt eine Fotografie, aus der sechs Personen herausgeschnitten wurden

Fotoinstallation "Cut out Figures"

Aus der Fotodokumentation, die neben dem Leben und dem Alltag der Menschen in Tongyuanju auch architektonische Details bis hin zu Mustern in Fensterscheiben und Bodenbelägen in Wohnungen zeigt, hat der Fotograf zudem die Installation „Cut out Figures“ entwickelt, die ebenfalls in der Antony-Hütte zu sehen war. Dabei wurden aus den Fotos die Menschen herausgeschnitten, die so Leerstellen im wahrsten Sinne des Wortes hinterlassen. Bernhard Langerock wollte damit verdeutlichen, dass der Lebensraum des Menschen Teil seiner Identität ist und dass Menschen, die aus ihrem räumlichen Kontext gerissen werden, zu einer Art Ware werden.

Kooperationspartner der Ausstellung war das Konfuzius-Institut Metropole Ruhr der Universität Duisburg-Essen.

Laufzeit: 10.3.2017 - 15.10.2017



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