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Historische Panorama-Aufnahme des Krupp-Werks in schwarz-weiß

Kölner Dom, Ritterburgen und Titanic

Die ganze Welt aus Karton

Modell der Tower Bridge

Der Bau von Modellen gilt bis heute als "nützlicher Zeitvertreib für Kinder" – so ein Buchtitel aus dem Jahr 1802. Anhand von mehr als 250 Kartonmodellen aus dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart zeigte das LVR-Industriemuseums die spannende Geschichte der Modellbaubögen.

Der älteste bekannte Modellbaubogen stammt aus dem Jahr 1529 und stellt eine Sonnenuhr in Form eines Kruzifixes dar. Vermutlich überprüfte der Konstrukteur Georg Hartmann aus Nürnberg, ein Spezialist für den Bau von Messinstrumenten, anhand des Modells seine Planung. Außerdem konnten sich so Interessenten vorab ein Bild der Sonnenuhr machen.

Modell der Titanic

Schon dieses frühe Beispiel zeigte die Vielfalt der Funktionen von Modellen: Sie erlaubten, Wirkung und Funktionalität von geplanten Geräten oder Bauten vor der Realisierung zu prüfen, man konnte mit ihnen für Projekte werben, sie konnten bei der Erziehung und der Ausbildung eingesetzt werden. Vor allem aber wurde der Bau von Modellen immer mehr zu einem "nützlichen Zeitvertreib für Kinder". Um 1850 begann die Massenproduktion von Modellbaubögen. Bald legten zahlreiche Verlage umfangreiche Programme auf, vor allem von bekannten oder regionaltypischen Bauwerken, Fahrzeugen, Schiffen, später auch Flugzeugen und Militärmaschinen.

Modell des Kölner Doms

Erst in den 1970er-Jahren, als der Kunststoff auch den Modellbau-Markt erreichte, mussten die meisten Verlage ihre Produktion einstellen. In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Karton-Modellbau jedoch wieder neue, erwachsene Liebhaber gefunden, und viele, oft kleine Verlage bieten anspruchsvolle Bögen an.

In der Ausstellung waren Objekte aus dem Bestand des LVR-Industriemuseums, aus privaten Sammlungen und aus den Städtischen Museen Esslingen – J.F.Schreiber-Museum zu sehen.

Außerdem wurde die Vielfalt deutlich, die heute den Kartonmodellbau kennzeichnet: So manche(r) entspannt sich beim Zusammenfügen von Burg, Flugzeug & Co, ein Jugendlicher entwirft eigene Modelle nach dem großen Vorbild, Walter Ruffler aus Bremen entwickelt ausgefallene und bewegliche Skulpturen, ambitionierte Bastler schaffen wahre Wunderwerke.



Laufzeit der Ausstellung: 14. September 2008 bis 26. April 2009


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