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Stadt, Land, Garten
30. März - 29. Oktober 2017

Eine Ausstellung zur Kulturgeschichte des Nutzgartens

Winter

Ein Gemüsegarten mit Gewächshaus im tiefen Schnee.

Im Winter gibt es im Garten wenig zu tun. Lediglich einige Wintergemüse sind winterhart und können im Garten stehen bleiben und nach Bedarf geerntet werden. Rosenkohl oder Grünkohl soll nach Frost sogar noch besser Schmecken.

„Grünkohl ist ein Gemüse, das ihr viel anbauen sollt, weil er spät gesät wird und vom November ab, wenn es gefroren hat, genießbar ist. Dann bleibt er bis zum Frühjahr im Garten und kann stets, bei jedem Wetter, bei Frost und bei Schnee geerntet werden.“ (Elly Petersen: Das neue Gartenbuch für Kriegs- und Friedenszeiten. Dachau 1916, S. 50)

„Während der Wintermonate haben wir Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Blumenkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi, Steckrüben, Sellerie, Möhren, Schwarzwurzeln, Rote Beten und auch Salat frisch zur Hand, ganz abgesehen von den vielleicht eingelegten Gurken, Bohnen, Tomaten usw.“ (Arthur Janson: Auf 300 qm Gemüseland den Bedarf eines Haushalts ziehen. Berlin 1919, S. 13 f.)

Eine Zeichnung, die eine Sammlung an Kohlköpfen in einer abgedeckten Grube unter der Erde darstellt.

Lagerung

 
Während heute Gemüse und Obst aus dem Garten häufig tiefgefroren werden, dienten früher Kellerräume oder Erdgruben zur Überwinterung der Vorräte. „Der Gemüsekeller ist mit dem Gartenbau so nahe verbunden, dass man die Besorgung desselben gleichsam als Fortsetzung betrachten könnte; denn gerade ihm übergeben wir, was das ganze Jahr hindurch uns mühsam beschäftigte.“

„Es ist ein großes Vergnügen, in einen Gemüsekeller zu treten, der reinlich und wohlgeordnet ist und der bis zum Sommer hinein die Haushaltung mit dem nöthigen Vorrath versieht.“ (Henriette Davidis: Der Küchen- und Blumen-Garten für Hausfrauen. Iserlohn 1877, S. 240)

Ein altes, gezeichnetes Bild zeigt ein Dutzend Kohlköpfe, die in einer Erdgrube unter einer Abdeckung gelagert sind.

„Gute Haltbarkeit sichert man sich dadurch, daß nur fehlerfreies, gesundes, gut ausgereiftes Gemüse zur Überwinterung benutzt wird, die Überwinterungsräume kalt, vornehmlich aber trocken sind und endlich für Reinlichkeit gesorgt wird, indem die Bestände alle 8-14 Tage durchgeputzt und von faulem oder faulendem Gemüse befreit werden.“ (Arthur Janson: Auf 300 qm Gemüseland den Bedarf eines Haushalts ziehen. Berlin 1919, S. 157)

Eine Samentüte bildet eine Rote Beete ab. Die Aufschrift sagt

Rezepte für den Winter


Rote-Bete-Carpaccio mit Senf-Schinken-Balsamico-Honig-Dressing

(für 2 Personen)

Zwei mittelgroße Rote Bete in Salzwasser 45 Minuten kochen, abschrecken, schälen und in Scheiben schneiden. Kürbiskerne in einer Pfanne rösten. Feldsalat putzen, waschen, trocknen. Eine Packung feine Schinkenwürfel in der Pfanne anbraten, dazu eine halbe gewürfelte Zwiebel glasieren und alles herausnehmen. Den Pfannensatz mit ca. 3 EL Balsamico ablöschen, 1 TL Dijon-Senf und 1 Spritzer (½ TL) Honig dazugeben. In eine Schüssel füllen und etwas Kürbiskernöl, wenig Salz, den Schinken und die Zwiebeln zugeben.

Auf großen Tellern die Rote Bete kreisförmig anrichten, in der Mitte mit Feldsalat dekorieren, mit Schinkendressing beträufeln, mit einem Teelöffel kleine Schmandflecken auftupfen und alles mit etwas frisch gemahlenen Pfeffer und Kürbiskernen bestreuen.

Eine Samentüte zeigt ein Bündel Schwarzwurzeln. Die Aufschrift lautet

Schwarzwurzelgemüse


Schwarzwurzeln können wie Spargel gekocht, angebraten oder frittiert werden und eignen sich für Eintopfgerichte und Suppen.

Das Gemüse wird gern mit einer Béchamelsauce serviert. Dafür 1 kg abgebürstete Schwarzwurzeln in 1 l Wasser mit Salz und Essig 20 min kochen. Nach dem Entfernen der Rinde die Stangen in Stücke schneiden. Aus 2 EL Butter und 1 gehäuften EL Mehl eine helle Schwitze zubereiten und nach und nach ½ l Milch einrühren. Köcheln lassen, Schwarzwurzeln dazugeben und das Ganze mit einem mit Sahne verrührten Eigelb legieren. Mit Zitronensaft, Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.