Gesenkschmiede Hendrichs: Grafik zeigt stilisierte Scheren

Arbeitswelt und Industrialisierung Anatoliens

aus der Sicht junger Künstler

Gemälde zeigt drei Männer in Arbeitskleidung

Das LVR-Industriemuseum zeigt Bilder, Skulpturen und Fotografien von jungen Künstlerinnen und Künstlern aus der Türkei. Ihre Werke thematisieren die brachialen Veränderungen Anatoliens, die durch die rasante industrielle Entwicklung in der Türkei ausgelöst wurden.

Gemälde zeigt einen Mann vor Industriekulisse

Diese Umbrüche bedeuten für die Künstlerinnen und Künstler immer auch Lebenswirklichkeit und führen zu ganz unterschiedlichen, sehr subjektiven und manchmal auch provokanten künstlerischen Ausdrucksformen, die in den 120 Werken in der Ausstellung zu sehen sind.


Die Arbeiten verdeutlichen die tiefe Zerrissenheit zwischen Tradition und Moderne, zwischen Aufbruch und Rückschritt, zwischen handwerklichem Ethos und beschleunigter industrieller Arbeitswelt. Baustellen und Industrieanlagen erscheinen als dunkle und elende Kolosse, als ölige, schmutzige und fremde Maschinerie.


Die Menschen fühlen sich ihrer Heimat entfremdet. Sie haben ihre Individualität verloren und leben entwurzelt in einer zerstörten und lebensfeindlichen Umwelt.

Gemälde zeigt Menschen in Gelbtönen

Doch nicht allein zunehmende Anonymität und soziales Elend, sondern auch die faszinierende Ästhetik moderner Industriebauten oder der Wandel der Alltagswelt in Werkstätten und Kaffeehäusern werden in den Blick genommen. Die Kunstwerke bringen Stimmungen nahe, werfen Fragen auf, ermuntern zum Nachdenken oder schaffen auch Irritationen und Ungewissheiten. „Es sind Bilder, die der Betrachter lesen kann“, so Ingo Nitzsche, der Kurator der Ausstellung.


Um sich dem Thema „Arbeit und Industrialisierung in Anatolien“ zu nähern, wurde das Medium der Kunst bewusst ausgewählt. Um menschliche Gefühle, Ängste oder Mentalitäten zu veranschaulichen, greifen die klassischen Ausstellungsobjekte eines Industriemuseums – etwa der Henkelmann oder die Bohrmaschine – oftmals zu kurz. Die Kunst hingegen ist ein äußerst sen-sibler Seismograph, der die Verzweiflung und Ratlosigkeit oder auch die Hoffnungen und Träume angesichts gewaltiger gesellschaftlicher Umwälzungen eindringlich nahe zu bringen vermag.


Zur Ausstellung gibt es auch ein museumspädagogisches Programm.

Infos für Lehrer

Es gibt ein umfangreiches Rahmenprogramm zur Ausstellung.


Die Ausstellung wurde von Ingo Nitzsche aus Stühlingen kuratiert. Er verfügt über gute Kontakte zur jungen Kunstszene in der Türkei und hat die Werke zusammen mit den Künstlerinnen und Künstlern vor Ort ausgewählt. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Porzellanikon Selb realisiert.


Zur Ausstellung ist ein Katalog in deutscher und türkischer Sprache erschienen.



Laufzeit: 8. September 2017 - 25. März 2018


Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10–17 Uhr, samstags und sonntags 11–18 Uhr


Eintrittspreise:

Erwachsene 3 €, Kombikarte mit Dauerausstellung 6 €

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei

Gruppenführungen: 50 €

Führungen für Schulklassen: 40 €


Für Buchungen von Führungen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

kulturinfo rheinland

Tel.: 02234 9921-555 (Mo–Fr 8–18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen 10–15 Uhr)

Fax: 02234 9921-300

Mail:


LVR-Industriemuseum

Gesenkschmiede Hendrichs

Merscheider Straße 297

42699 Solingen

Öffnungszeiten

Dienstag – Freitag:
10 – 17 Uhr

Samstag und Sonntag:
11 – 18 Uhr

Montag geschlossen


LVR-Industriemuseum
Gesenkschmiede Hendrichs
Merscheider Straße 289 – 297
42699 Solingen



Veranstaltungen

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