Textilfabrik Cromford: Grafik zeigt stilisiertes Kleid, Baumwollzweig und Spinnmaschine

Deutsche Strumpfdynastien

Maschen, Mode, Macher

Laufende Damenbeine mit Nylonstrümpfen

Das weibliche Bein mit hauchzartem Strumpf gilt bis heute für viele als Inbegriff des sinnlich Begehrenswerten. Dabei rührt der erotische Reiz gerade aus dem Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit. Die Ausstellung zeigt anhand historischer Strümpfe und weiterer Exponate, wie sich die Strumpfmode in den letzten 200 Jahren verändert hat: vom handgestrickten Strumpf des 18. Jahrhunderts über die verführerischen „Nylons“ bis zur bequemen Socke.

Historisches Schwarzweiß-Foto von zwei Frauen, die Nylonstrümpfe aufhängen

Die Ausstellung erzählt auf über 500 Quadratmetern, verteilt über drei Etagen die Geschichte des Strumpfes nicht nur aus mode- und kulturhistorischer Perspektive, sondern nimmt auch berühmte Hersteller in den Blick. Mitmachstationen laden Jung und Alt ein, so manches Geheimnis rund um den Strumpf aufzudecken: Wie viele Kilometer legt eine Socke zurück? Und wohin verschwinden eigentlich die Strümpfe in der Waschmaschine?


Im Zentrum stehen die Macher: die Unternehmer, die mit technischer Innovationskraft, unternehmerischer Weitsicht und kreativem Marketing ihre Branche zum Erfolg führen. Waren früher Unternehmerdynastien wie die Esches, Bahners oder Kunerts tonangebend, so prägen heute die Falkes nicht nur in Deutschland das Bild der ganzen Branche.


Immer braucht es aber auch die Arbeiterschaft, die in spezialisierten Berufen die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens bestimmt. Dabei war die Strumpfbranche vorwiegend ein Arbeitsplatz für Frauen. Viele Beschäftigungen erforderten hohes Geschick. Beim Ketteln beispielsweise mussten, um die Spitze des fertig gestrickten Strumpfes zu schließen, Masche für Masche einzeln von Hand miteinander verbunden werden.

Historisches Werbemotiv von drei Frauen in Nylonstrümpfen auf einer Wiese

Das Handstricken – also die Maschenbildung mit zwei Nadeln – ist eine Jahrtausende alte Technik. Deren Mechanisierung begann im Jahr 1589 mit der Erfindung des Kulierwirkstuhls und der Spitzennadel. Ein solcher Wirkstuhl kann in der Ausstellung besichtigt werden. Außerdem erfährt man, welche Arbeitsschritte nötig sind, um einen Strumpf herzustellen – angefangen beim Garn bis zum fertig gefärbten und geformten Strumpf. Was ist der Unterschied zwischen Wirken und Stricken? Und worin liegt der jeweilige Vorteil in rundstrickenden oder flachwirkenden Maschinen?


Was jeweils als erotisch empfunden wird, liegt dabei nicht allein im Auge des Betrachters, sondern unterliegt den kulturellen Prägungen der jeweiligen Zeit. Hatte der Reifrock des 19. Jahrhunderts das weibliche Bein komplett verdeckt, trug es der Minirock der 1960er Jahre in einem nie dagewesenen Maße zur Schau. Es ist die jeweilige Mode, die der Strumpfindustrie ihre mehr oder weniger kurzlebigen Konjunkturen diktiert. Die Strumpfwerbung spielt bewusst mit einer sinnlichen Ästhetik, mit dem erotischen Reiz, mit moralischen Tabubrüchen. In einem originalen Strumpfladen aus den 1950er Jahren können Besucherinnen und Besucher den Hauch der Wirtschaftswunderzeit verspüren.

Die Ausstellung ist eine Übernahmen des tim, des Staatlichen Textil- und Industriemuseums Augsburg. Im Gegenzug zeigt das tim in diesem Jahr die Ausstellung „Glanz und Grauen. Mode im „Dritten Reich““, die vom LVR-Industriemuseum Textilfabrik Cromford konzipiert wurde. Damit setzen die beiden Museen ihre erfolgreiche Kooperation weiter fort.


Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft zum Preis von 5 €.

Rahmenprogramm


Samstagnachmittag im Museum: Strümpfe - zwischen Luxus und Alltag

Samstag, 9. September, 25. November 2017, jeweils 14.30 - 16 Uhr

Kurzführung mit einem unterhaltsamen Austausch über die Geschichte der Strümpfe

Auf den ersten Blick ein ganz banales Kleidungsstück. Aber kaum haben sich die Besucher die ersten Ausstellungsstücke angesehen und die ersten Sätze zu den Exponaten gehört, gibt es kaum jemanden, dem nicht eine Geschichte zu diesem Kleidungsstück einfällt. Nach einer kurzen Führung durch die Ausstellung haben die Gäste Gelegenheit sich bei Kaffee und Kuchen über die Geschichten und das Erlebte rund um den Strumpf auszutauschen.

Anmeldung erforderlich unter Tel. 02234-9921555

Erwachsene 14,50 € inkl. 2 Tassen Kaffee und 1 Stück Kuchen


Öffentliche Führung durch die Ausstellung

Sonntag, 27. August, 10. September, 1. Oktober, 29. Oktober, 19. November, 17. Dezember 2017, jeweils 14 Uhr

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Erwachsene 9 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre 2,50 €


Blue Hour-Führung durch die Ausstellung

Donnerstag, 14. September, 12. Oktober, 9. November, 7. Dezember 2017, jeweils 18.30 Uhr

Anmeldung erforderlich unter Tel. 02234/9921-555

14 € inkl. ein Glas Sekt


Herbstferienaktion

Sonntag, 22. Oktober 2017, 14 - 15.30 Uhr

Öffentliche Führung mit kreativen Angeboten für Kinder ab 10 Jahren

2,50 €

Laufzeit: 21. Mai 2017 bis 22. Dezember 2017


Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 10–17 Uhr, samstags und sonntags 11–18 Uhr


Eintrittspreise: 5,50 €, erm. 4,00 €, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben im LVR-Industriemuseum freien Eintritt.


Für Buchungen von Führungen und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

kulturinfo rheinland

Tel.: 02234 9921-555 (Mo–Fr 8–18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen 10–15 Uhr)

Fax: 02234 9921-300

Mail:



LVR-Industriemuseum

Textilfabrik Cromford

Cromforder Allee 24

40878 Ratingen

Öffnungszeiten

Dienstag - Freitag:
10 - 17 Uhr

Samstag und Sonntag:
11 - 18 Uhr

Montag geschlossen



LVR-Industriemuseum
Textilfabrik Cromford
Cromforder Allee 24
40878 Ratingen



Veranstaltungen

Infos und Buchungen

kulturinfo rheinland

Tel. 02234 9921555 (Mo – Fr 8 – 18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen 10 – 15 Uhr)

Fax 02234 9921300

Mail

Sie finden uns auch hier


Unsere Partner: